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	<title>Der Krö &#187; HeforShe</title>
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	<description>Gedanken zur Schlechtigkeit von Mensch und Welt</description>
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		<title>Flammender Klischeeeifer, verlorene Ziele und moderne Unfairnis – eine Genderfrage</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Mar 2016 14:37:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derkroe]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich hatte heute morgen aus unerfindlichen Gründen einen Ohrwurm des JBO Klassikers „Lieschen, Lieschen“. Über trötendem, bajuwarischem Musikbett heißt es da u.a.: „Lieschen, Lieschen, Lieschen komm ein bisschen, bisschen, bisschen auf den Rasen – da kannst du blasen“. Ein populäres Lied, eines das fast jeder schon einmal gehört hat. Und gleichzeitig ein Affront gegen Frauen. Oder? Die Geschlechterfrage verkompliziert sich seit einigen Jahren massiv. Wie auch in sehr vielen anderen Bereichen von Politik bis Flüchtlingssolidarität verschwinden die Grauzonen aus unserem Alltag. Radikales schwarz und weiß färbt das Meinungsbild, entweder für...<a class="read-more" href="http://blog.derkroe.de/?p=85">read more</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte heute morgen aus unerfindlichen Gründen einen Ohrwurm des JBO Klassikers „Lieschen, Lieschen“. Über trötendem, bajuwarischem Musikbett heißt es da u.a.: „Lieschen, Lieschen, Lieschen komm ein bisschen, bisschen, bisschen auf den Rasen – da kannst du blasen“. Ein populäres Lied, eines das fast jeder schon einmal gehört hat. Und gleichzeitig ein Affront gegen Frauen.</p>
<p>Oder?</p>
<p>Die Geschlechterfrage verkompliziert sich seit einigen Jahren massiv. Wie auch in sehr vielen anderen Bereichen von Politik bis Flüchtlingssolidarität verschwinden die Grauzonen aus unserem Alltag. Radikales schwarz und weiß färbt das Meinungsbild, entweder für oder wider – doch Verstand und Logik erkenne ich kaum noch in den Argumentationen. In der Genderfrage heißt das: Entweder man ist radikal für Frauen oder radikal dagegen. Man verschleiert die Frauen und schneidet ihnen Rechte und Schamlippen ab oder man gibt ihnen alles was sie wollen um sie bloß bei sich zu halten. Man begrapscht Mädchen im Schwimmbad oder am Kölner Bahnhof oder macht sich stark für die Frauenquote. Nehmen wir uns die beiden Extreme doch mal anlässlich des Weltfrauentages vor.</p>
<p>Ich muss mich schämen für mein Geschlecht, wenn ich die Meldungen lese: Hier ein Mädchen im Schwimmbad angefasst, dort sexuelle Übergriffe im Einkaufszentrum, wieder woanders gar eine Vergewaltigung. Dazu lange Schlangen vor den Konzerthallen, wenn Bushido, Haftbefehl oder Frauenarzt auftreten und Ergüsse wie „Eine Frau ist ein Gegenstand, und das teilt man gerne, Hose auf, Frauenkauf, komm und zeig dein Arsch du geile Sau“ in die Welt erbrechen (Randnotiz: Ich konnte nirgends im Internet einen Songtext des Künstlers finden, der ohne massive Missstände in Rechtschreibung und Grammatik auskam. Der Authentizität halber habe ich Akkusativfehler nicht berichtigt). Muss ich erwähnen, dass sich in diesen Schlangen zwar die jungen Männer in der Überzahl finden, aber ein erschreckend hoher Anteil dessen, was die „Künstler“ als „Nutten“ bezeichnen, vertreten ist? Vielleicht urteile ich da vorschnell, doch wage ich anzuzweifeln, ob den Konzertbesuchern eine gewissenhafte Abstraktion der Texte gelingen kann. Auch die Möglichkeit, dass Menschen die Melodie dieser Lieder, wie ich beim „Lieschen“, fröhlich wippend summen, ist angesichts des Fehlens von Melodie oder musikalischer Qualität eher unwahrscheinlich.</p>
<p>Das Frauenbild in der Kunst und vor allem im Internet ist auf ein historisches Tief herunter gewirtschaftet. Und ja, die Wirtschaft spielt dabei eine immense Rolle. „Sex sells“ – und das auch gern schon mit Sexshop-Werbung um 17 Uhr auf den Privatsendern oder Seitensprung-Pop-Ups oder Penisverlängerungen auf Spiegel Online. Alles ist nur noch Sex Sex Sex, wohin man auch blickt. Ich bin jetzt nicht unbedingt ein Gegner dieser Leibesübung, aber es ist einfach zu viel, zu sexistisch, zu platt. Überall „billige Schlampen“, „geile Hausfrauen“ und „saftige Arschfotzen“ (was auch immer das sein soll). Die Reduktion des menschlichen Wesens auf drei Löcher, zwei Kugeln, nen Stock und zwei Milchtüten, die Ignoranz jeglicher Komplexität unserer Rasse ist bestürzend. Frauen werden zu Objekten gemacht. Zu Gebrauchsgegenständen. Ob zum Kochen und Putzen, Kinder hüten, als Rammbock für hirnloses Geficke oder um sie zu verprügeln, wie es die Arbeitslose mit dem schlechten Schreibstil in den „Grey“-Büchern empfiehlt. Frauen, die tatsächlich mehr sein wollen als gerade genanntes werden schlechter bezahlt als männliche Pendants, diskriminiert und nicht ernst genommen. Die Zahlen und Entwicklungen dahingehend sind alarmierend.</p>
<p>Die andere Seite:</p>
<p>Was ist denn aus dem Idealismus des Feminismus geworden? Da war doch mal was mit Gleichberechtigung, oder? Von den ursprünglichen Ideen der Frauenbewegung ist in der modernen Welt nahezu nichts mehr übrig – und das lange bevor deren Ziele ansatzweise erreicht werden konnten. De facto ist eine feministeninterne Widerspruchsbewegung entstanden, die in ihrer Absurdität ihresgleichen sucht. Das beste Beispiel für die malade Entwicklung ist die gezwungene Frauenquote in Unternehmen. Dabei, wie auch in einigen anderen Bereichen wie Sorgerechtsfragen oder gesellschaftlichen Normen, wurden viele vermeintliche Rechte für Frauen manifestiert, die der tatsächlichen Gleichstellung der Geschlechter krass entgegen stehen. Nicht eine Quote sollte regeln, wer einen Job bekommt, sondern die Qualifikation. Selbst für Menschen mit Behinderungen gilt in Ausschreibungen „Menschen mit Behinderungen werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt behandelt“. Ja, genau – Menschen mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung müssen noch die gleiche Qualifikation wie ihre Mitbewerber aufweisen können – Frauen aber dürfen auch weniger qualifiziert als männliche Mitbewerber sein und werden diesen dennoch vorgezogen. Ergo auch höher qualifizierten Menschen mit Behinderungen. Und das per Gesetz. Was hat das mit Gleichstellung zu tun, frage ich mich. Ist das Ziel des Feminismus inzwischen eine Übervorteilung?</p>
<p>Anderes Beispiel: Mütter haben im Trennungsfall automatisch den größeren Sorgerechtsanspruch, mehr noch: generell wird die Mutter im deutschen Recht als deutlich „wichtiger“ für das Kindswohl eingestuft als Väter. Wie das in Einklang mit modernem Menschsein zu bringen ist, ist mir schleierhaft. Wir reden hier von Artefakten, als Vati noch unter Tage arbeitete und Mutti zuhause die einzige Ansprechpartnerin war. In modernen Jobs inklusive Teilzeit, Gleitzeit, Home Office und Jobsharing gibt es dieses Klischee kaum mehr. Doch statt Bewertungen mit Verstand (sowas darf man ja nicht von den Leuten erwarten) oder wenigstens Einzelfallentscheidungen gelten hier über den Kamm geschorene Regelungen: Väter sind scheisse. So wie „Ausländer sind Verbrecher“ oder „Juden müssen weg“. Seit 1985 werden die Familienministerposten übrigens ausschließlich von Frauen besetzt. Karrierefrauen, die wahrscheinlich viel arbeiten und kaum ein zugeschobenes Sorgerecht erfüllen könnten, so sie in die Position kämen.</p>
<p>Ich bin betroffen davon, wie sich Ideale wandeln und Ideen, die der Menschheit tatsächlich einen Fortschritt attestieren hätten können, dermaßen demontiert werden.</p>
<p>Es ist also auf der einen Seite so, dass die hässlichste Fratze des Männergeschlechts Frauen unterdrückt, sexualisiert, objektiviert und misshandelt. Auf der anderen Seite unterdrücken sich Frauen gegenseitig und vor den Männern, indem sie staatliche Zwänge erpressen, die sie über die Konkurrenz stellt oder brutalpolemisch gesellschaftliche Vorteile in Anspruch stellen, deren Legitimation aus Filmen der 60er Jahre stammt. Die Feministinnen, die vor Jahren noch Anzugträger in Angst und Schrecken versetzen konnten, propagieren inzwischen, bestimmte Flugzeugabstürze in den französischen Alpen wären nicht passiert, hätte nur eine Frau am Steuerknüppel gesessen. Das ist übrigens kein Scherz.</p>
<p>Wir sind doch keine Affen, wo Sex Kommunikationsform ist und Männlein wie Weiblein zwingend auf den anderen angewiesen sind. Bei uns zählt jeder Mensch gleich viel und doch stehen wir vor gigantischen Ungerechtigkeiten in fast jeder Lebenslage. Wen interessiert, wer welche Arbeit gemacht hat, solange sie jemand gemacht hat? Fühlen sich Perverse wohl in ihrer Haut? Wer hat denen das beigebracht? Werden wir jemals eine Gleichstellung von Ehepartnern erreichen? Werden Väter, die getrennt von einer Mutter leben, jemals als Menschen wahrgenommen werden? Es gibt so viele Fragen, die es zu beantworten gilt, so viele Baustellen, die zu bearbeiten wären. Warum wird die Frauenquote so bejubelt, obwohl sie „normalen“ Menschen gar nicht hilft sondern nur der wirtschaftlichen Oberschicht? Stichwort „Mehr Frauen in Aufsichtsräten“ – tolle Sache, bringt aber der tatsächlich mies bezahlten Aldi-Kassiererin auch keinen Cent mehr in die Tasche.</p>
<p>Die Ziele des Feminismus, vor allem aber des Humanismus sollten sein, eine tatsächliche Gleichberechtigung aller Menschen zu erreichen. Es sollte erreicht werden, dass jeder Mensch, der eine bestimmte Arbeit ausübt, eine leistungs- und qualifikationsentsprechende Bezahlung erhält. Dass eine flächendeckende Aufklärung stattfindet, die die Geister des gestrigen Chauvinismus vertreibt und Männer wie Frauen zu gleichwertigen, sexuellen Wesen erhebt. Dass jeder Angriff auf die Selbstbestimmtheit massiv bestraft wird und nicht unter den Teppich gekehrt oder mit besseren Ordnungs“strafen“ bestenfalls lernt, dass er sich die sexuellen Eskapaden höchstens zweimal im Jahr erlauben kann.</p>
<p>Dass Feminismus, dass Emanzipation im Jahr 2016 überhaupt noch notwendig ist, ist ein Armutszeugnis für die gesamte Menschheit. Wir sehen uns gern als intelligent, aufgeklärt und fortschrittlich an, doch im Alltag outen wir uns als verlogen, wenn wir diese Ideale der Gewohnheit halber aus dem Fenster werfen. Jeder Mensch, gleich welchen Bildgungsgrads muss verstehen, was Respekt anderen Menschen gegenüber bedeutet. Die Verrohung ist Alltag und fast unaufhaltsam.</p>
<p>Zu empfehlen ist übrigens die UN-Initiative heforshe.org. Ohne Aufwand kann sich jeder zu mehr Vernunft, mehr Fairness und zu besserem Menschsein bekennen. Eine gute Sache, die die Unterstützung wert ist.</p>
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