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	<title>Der Krö &#187; Wahl</title>
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	<description>Gedanken zur Schlechtigkeit von Mensch und Welt</description>
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		<title>Der Phoenix mit dem Butterquast und die Napalmwespen</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Oct 2014 15:52:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derkroe]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich muss mir dringend abgewöhnen, beim zombiehaften, nächtlichen Zapping durch die TV-Einöde bei jenen Sendern das kontinuierliche Weiterschalten einzustellen, die sogenannte &#8220;Nachrichten&#8221; zum Hauptzweck ihrer Existenz berufen haben. Jeder weiß zwar, dass die Vorstellung, jemand wolle uns uneigennützig über die wirklich wichtigen Dinge in der Welt aufklären ohne dabei zu bestimmen, was eigentlich wirklich wichtig ist, schon fast nicht mehr als nur naiv zu bezeichnen ist, doch ergötzen wir uns doch gern oder zumindest recht geschlossen an der Schlachtplatte, die uns regelmäßig entgegen flimmert. Beim Studium der Tagesschau habe ich...<a class="read-more" href="http://blog.derkroe.de/?p=67">read more</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich muss mir dringend abgewöhnen, beim zombiehaften, nächtlichen Zapping durch die TV-Einöde bei jenen Sendern das kontinuierliche Weiterschalten einzustellen, die sogenannte &#8220;Nachrichten&#8221; zum Hauptzweck ihrer Existenz berufen haben. Jeder weiß zwar, dass die Vorstellung, jemand wolle uns uneigennützig über die wirklich wichtigen Dinge in der Welt aufklären ohne dabei zu bestimmen, was eigentlich wirklich wichtig ist, schon fast nicht mehr als nur naiv zu bezeichnen ist, doch ergötzen wir uns doch gern oder zumindest recht geschlossen an der Schlachtplatte, die uns regelmäßig entgegen flimmert.</p>
<p>Beim Studium der Tagesschau habe ich mich neulich gefragt, welche FSK-Einstufung Deutschlands einflussreichste Nachrichtensendung eigentlich hat. Gemessen an einem wirklich traumhaft miesen Actionfilm, der mich kürzlich auf Tele 5 amüsierte, weil darin sehr große Wespen, die in ihrer Animation in etwa so glaubhaft waren, wie die Tatsache, dass die magische Tür der &#8220;Mini Playback Show&#8221; den kleinen Herbert in zwei Sekunden vom bayrischen Dickerchen zu Michael Jackson verwandeln konnte, einigen Menschen sicher wegen deren schauerlicher, schauspielerischer Leistung nach dem Leben trachteten, und der vielleicht wegen seines verdummenden Potentials die Einstufung &#8220;FSK 16&#8243; erhalten hatte, müsste die Tagesschau eigentlich eine &#8220;FSK 18&#8243;-Einstufung bekommen. Zum einen &#8211; klar &#8211; hat die Tagesschau ja irgendwann aufgehört, respektvoll von den Leichenteilen in den Städten des mittleren Ostens abzuschwenken und hält jetzt voll drauf, aufs blutige Gedärm, zum anderen aber &#8211; und das erscheint mir viel schlimmer, dürfen darin Politiker ihr dämliches Geseiere ungestraft in die Wohnzimmer der Republik erbrechen. Apropos, erwähnte ich, dass die Riesenwespen auf Tele 5 brennendes Napalm spucken konnten? Nein? Nun ja, zurück zu den Politikern.</p>
<p>Betrachtet man mal die desolate Situation unseres Planeten, all die Metzeleien überall und deren Unwichtigkeit, weil demnächst eh einfach alle wegen des kaputten Planeten draufgehen, dann fragt man sich doch unwillkürlich, warum diese hochbezahlten Menschen auf all den Kaffeeklatschen, die &#8211; hoffentlich ironisch &#8211; in der Regel als &#8220;Gipfel&#8221; bezeichnet werden, überhaupt noch über die Rettung der Welt diskutieren. Freilich hat dort niemand vor, die Welt tatsächlich zu retten. Man versucht halt, das eigene Land, viel mehr aber sich selbst in einem möglichst guten Licht erscheinen zu lassen. Wer es schafft, die Interessen seiner Lobby in möglichst vielen Punkten und möglichst wenig offensichtlich durchzudrücken und damit ein paar Millionen scheffelt, hat den Gipfel gewonnen. Wer dann noch auf die Reihe bekommt, bei den Hipstern und gehenden  Brüsten von der Presse ein Auftreten vorzutäuschen, das zu geistigen Tiefflügen wie &#8220;Hardliner Müller fordert strengere Klimaziele für Südostasien&#8221; inspiriert, bekommt hinter den Kulissen sicher Sonderapplaus von den Kollegen.</p>
<p>Während der Welt größte Lügner also gemeinsam in einem Schloss mit einer Trutzmauer aus gerüsteten IQ-Weißbroten Käffchen trinken und Lobbyinteressen abgleichen, berichtet ein blondes, oder auch brünettes, vielleicht auch schwarzes Wesen &#8211; ach egal, irgendwas mit hervorspringenden Einstellungsgründen in der Bildmitte davon, wie &#8220;radikale und gewaltbereite Autonome den xy-Gipfel bedrohen&#8221;. Die Politiker selbst lächeln so etwas leicht weg, wohl wissend, dass ihre Weißbrot-Legion sämtliche &#8220;autonome&#8221; Demonstranten in wenigen Minuten festsetzen könnten &#8211; dann wäre aber auch die gern gesehene Ablenkung von dem, was eigentlich passiert, futsch. Dann doch lieber paar Leute Steine schmeißen lassen.</p>
<p>Warum mich das überhaupt aufregt? Ich bin ja beim besten Willen kein Menschenfreund, aber das Gehabe von Politikern überall auf der Welt, kocht mir die Galle über die Lippen. Irgendwie haben sich diese Menschen dorthin geschummelt. Irgendwie ist es geschehen, dass sie bestimmen dürfen, wie viel seines Arbeitslohns ein jeder wieder abzudrücken hat und dass alte Menschen nach lebenslanger Zahlung in die Rentenkasse heute nichts vom Eingezahlten zurück bekommen. Und diese Leute sind die widerlichsten Geldsäcke der Nation &#8211; wer wählt die? Wann immer so ein Sigmar Gabriel oder Kurt Beck vor die Kameras tritt um irgendeine Scheisse zu verkünden und dabei sichtlich fast vor Stolz platzt, seh ich im Kopf eine kleine Theaterbühne vor mir. Das Publikum sitzt auf Klappstühlen, die Par-Kannen an den Traversen fixieren einen Punkt auf der Bühne &#8211; direkt vor einem rasenden Pressemob, der sich im Orchestergraben gegenseitig zerfleischt. Im Licht liegt Kurt Gabriel, faselt vor sich hin und streicht mit einem dicken Quast zerlassene Butter übers nackte Gemächt und den Bauch. Er lächelt und sagt, dass alles gut werde. Wir müssten ihm nur vertrauen. Höflicher Applaus von den Rängen, Journalisten schreiben beim Nebenmann das Gesagte ab. Kurt Gabriel spricht von der Wirtschaft und dass wir die Exporte fördern müssten, woraufhin ein etwa 23-jähriger Lobbyvertreter ins Licht tritt und Kurt Gabriel unauffällig in den Arsch fickt. Etwas lauterer Applaus, Fotoapparate klicken frenetisch. Dann schalte ich Phoenix endlich aus und blicke ins Leere.</p>
<p>Woher kommt es, dass Wertigkeiten in der Gesellschaft so verschoben sind? Und sind sie überhaupt verschoben, oder ist das vielleicht der Normalzustand? Bilden wir uns die zivilisierte Welt, in der wir leben, vielleicht nur ein?</p>
<p>Früher, ganz früher, unterstellte man dem Menschen per se eine Gier nach Macht und Geld. Mittelalterlichen Despoten, Revolutionären, Diktatoren. Heute sind wir in einer überwiegend demokratisierten Welt angekommen. Wir verurteilen die schlimmen Auswüchse, die uns früher regierten &#8211; all die Sonnenkönige, Halbgötter und Führer. Wir nennen sie geisteskrank, gestört, nicht normal &#8211; Abszesse am ansonsten doch gesunden Gehirn der Menschheit. Heute, so sagen wir, würde doch ein Mann wie Hitler niemals an die Macht gelangen. Heute würde unsere moderne und liberale Gesellschaft doch niemals einem falschen König oder gottgleichen, geistlichen Führer folgen. Wir sind doch aufgeklärt, gebildet und haben politisches wie wissenschaftliches Verständnis!</p>
<p>Oder?</p>
<p>Laufen nicht weltweit Milliarden Menschen einem geistlichen Führer mit albernem Käppchen hinterher, der auf Basis eines zweitausend Jahre alten Abenteuerromans das Seelenheil verspricht? Haben nicht die Türken jüngst wieder jenen Mann an ihre Spitze gewählt, der gegen den Laizismus arbeitet und Todesstrafen wie die Unterdrückung von Frauen befürwortet? Und was haben sich die Italiener mit Silvio Moussol&#8230; pardon, Berlusconi gedacht, nachdem der schon angeklagt war und trotzdem zum Präsidenten gewählt wurde? Mit den Russen fang ich gar nicht erst an. Und wir? Wählen wir nicht alle vier Jahre dieselben Nasen in den Bundestag, die entweder für Steuererhöhung, Rentenstreichung und Diätenerhöhung (&#8220;christlicher&#8221; Ansatz) oder aber Lobbyarbeit, alles-Geld-in-den-Osten-schicken und Diätenerhöhung (&#8220;sozialer&#8221; Ansatz) stehen? Wer geht denn noch aus Überzeugung in die Politik? Und wer sollte die wählen? Wir wissen doch schon instinktiv, dass in der Politik Überzeugung ebenso wenig Platz hat wie Napalm speiende Wespen in der Tagesschau.  Wir bestimmen nicht mehr, wer im Land die Regeln macht. Die Regeln bestimmen sich selbst. Die zwei großen Parteien in Deutschland können bei den letzten Werten zur Wahlbeteiligung nur mit den Stimmen aus dem öffentlichen Dienst und ihren Lobbys eine Mehrheit im Bundestag erreichen. Und da dieser verschworene Haufen auch mit den Kumpels aus den Nachbarländern das Europaparlament bestückt, ist der Despotismus bald kaum mehr zu leugnen.</p>
<p>Gerade lief wieder Phoenix. Ein Herr Junker bepinselt sich mit einem Herrn Schulz gegenseitig. Triefende Quaste umschmeicheln alte Eier. Die Männer lächeln.<br />
Fernseher aus.</p>
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