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	<title>Der Krö &#187; IS</title>
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	<description>Gedanken zur Schlechtigkeit von Mensch und Welt</description>
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		<title>Von Marktschreiern, Angsthasen und falschen Propheten</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Aug 2015 20:51:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derkroe]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Unser Land wird überrannt. Wirklich wahr. Heerschaaren armutbringender Heuschrecken fallen zu Millionen in unsere Wohnsiedlungen ein – plündern, brandschatzen und hinterlassen nichts als Wehklagen und verkohlte Erde. Unsere Kinder kriegen keine Jobs mehr und unsere Arbeitslosen müssen hungern. Oder war es anders herum? Oh, und in spätestens drei Jahren müssen wir uns alle fünfmal am Tag mit dem Kompass in den Dreck werfen – das ist Fakt! Zumindest suggeriert das eine explorative Recherche im sozialen Netzwerk Facebook. Die dort wie auch anderswo anwesende Expertenrunde klärt Bedürftige schnell und umfassend über...<a class="read-more" href="http://blog.derkroe.de/?p=74">read more</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Unser Land wird überrannt.</p>
<p>Wirklich wahr.</p>
<p>Heerschaaren armutbringender Heuschrecken fallen zu Millionen in unsere Wohnsiedlungen ein – plündern, brandschatzen und hinterlassen nichts als Wehklagen und verkohlte Erde. Unsere Kinder kriegen keine Jobs mehr und unsere Arbeitslosen müssen hungern. Oder war es anders herum? Oh, und in spätestens drei Jahren müssen wir uns alle fünfmal am Tag mit dem Kompass in den Dreck werfen – das ist Fakt!</p>
<p>Zumindest suggeriert das eine explorative Recherche im sozialen Netzwerk Facebook. Die dort wie auch anderswo anwesende Expertenrunde klärt Bedürftige schnell und umfassend über das Top-Thema dieser Wochen auf: Es geht natürlich um Flüchtlinge. Oder auch Schmarotzer, wie sie gern bezeichnet werden. Was als Maler, Hausfrauen oder Schüler getarnte Wirtschafts- und Islamwissenschaftler im Internet zurzeit an Wissen preisgeben, kann wirklich schockieren. Zu Hunderttausenden strömen die angeblich Kriegsflüchtigen aus Syrien und dessen Anrainern nach Deutschland. Sie besetzen Schulen und andere, von Steuergeldern finanzierte, öffentliche Gebäude und vertreiben was auch immer dort ansonsten residierte. In mehreren Fällen sind dies vor allem Kinder, die warum auch immer in diesen, unseren Investitionen herumlungerten. Die Schmarotzer aus der Wüste Arabiens lassen sich auf Kosten der Kommunen durchfüttern, hängen an öffentlichen Plätzen ab, weigern sich, unsere Sprache zu lernen, nehmen Sozialleistungen in Anspruch, die ausschließlich für aufrechte Deutsche gedacht sind, und nehmen aufrechten Deutschen gleichzeitig die Arbeitsplätze weg. Himmel, ganze Wohnsiedlungen sind im Wert herabgestuft worden, weil die Kita „Morgenröte“ (oder so ähnlich) in der Nachbarschaft von den Mullahs besetzt wurde. Die armen Kindelein der Kita müssen jetzt ein tristes und mit Sicherheit unterernährtes Dasein in Containern auf einem Parkplatz fristen.</p>
<p>Wer glaubt, dieser Scheisshaufen von Polemik, den nur der Darmtrakt eines NPD-Politikers hätte ausscheiden können, der sich zeitlebens von den Eiern von FDP-Jünglingen ernährte, sei übertrieben, der irrt &#8211; aber gewaltig.</p>
<p>Tatsächlich ist das Netz voll von Hetze. Gut, das war es schon immer, doch eher selten derart einig. Die „Asi-lanten“, „Kanaken“ und „Mullahs“, die als Flüchtlinge nach Deutschland kommen, scheinen einen Hass zu provozieren, gegen den die Begegnung eines Homosexuellen mit Militärs auf dem roten Platz in Moskau wie Gruppenkuscheln bei den Teletubbies aussieht. Doch warum? Des Deutschen Gemüt ist doch sonst mehr der stillen Echauffage zugeneigt. Ertrugen wir nicht still verbittert die Einführung der Studiengebühren? Auch der (#)Aufschrei zur Vorratsdatenspeicherung (immerhin der massivste Eingriff in die Privatsphäre der Deutschen seit der Stasi – und noch viel weitreichender) umsäuselte die tauben Ohren der Bundesregierung eher sanft. Und nicht zu vergessen: Dass unsere Bundeswehr, das Bollwerk aller junger Männer, die Lernen müssen, akkurat zu falten, akkurat Sandsäcke zu legen und akkakutat ssu saufff’n mit kaputten Helikoptern fliegen, schrottigen Panzern fahren und schiefen Gewehren schießen sollen, während ihnen missgebildete Drohnenmutanten auf die Schädel fallen, wurde auch eher mit leisem Spott als angemessener Unruhe geahndet.</p>
<p>Warum nun also diese dem deutsch-eingeschlafenen Wesen nicht angemessene Reaktion? Die Antwort besteht aus drei Komponenten: irrationale Angst, rationale Angst und Marktschreier. Natürlich möchte ich nicht die ehrbare Gilde der Marktverkäufer verschubladen. Der Marktschreier ist bitte als Metapher zu verstehen. Doch der Reihe nach: Am Anfang jeder Panik steht irrationale Angst. Das hat wahrscheinlich jeder schon mal erlebt – verlässt man beispielsweise eine Veranstaltungsstätte und die kleinen Ausgangstore scheinen winzig und nicht passend für die Menschenmassen, die gerade versuchen, sich hindurch zu quetschen. Was wenn jetzt jemand durchdreht? Ein leichter Schauer meldet sich, obgleich alle Menschen fröhlich und entspannt sind. Ähnlich ist die Situation in unserer Wohnsiedlung. Die Kommune kündigt an, dass ein paar Leute zu Besuch kommen. Fremde Leute, die keiner hier kennt. Keiner kann was über sie sagen, die sind einfach plötzlich da und hängen da rum. Müsste man uns nicht fragen? Wir haben doch das Haus mit unseren Steuergeldern bezahlt! Und: Was wollen die Fremden? Was wird von uns erwartet?</p>
<p>Aus dem schleichenden, unguten Gefühl wird Angst. Doch diese ist irrational. Es ist nicht schwer, diesem Gefühl entgegen zu wirken. Entweder man tut es selbst oder die umsichtige Autorität klärt auf. Leider passiert das so gut wie gar nicht. Weder stellen sich die besorgten Bürger den Neuankömmlingen, noch existiert in Deutschland eine umsichtige Autorität. Alle Aufklärung wird von diesen nervigen Gutmensch-Organisationen, die einen in der Fußgängerzone anquatschen und den verkaufsoffenen Sonntag versauen wollen, geleistet. Is‘ ja nett, dass die so gut sind, die haben aber auch nicht meine Nebenkostenabrechnung gesehen. Ich mein‘ – Hallo?</p>
<p>WAS es aber gibt, und das zuhauf, sind eben jene (metaphorisch zu verstehenden) Marktschreier. Sie bewerben die Angst, denn Angst ist Macht. Eine Macht, die stärker ist als jede andere Empfindung, zu der der Mensch fähig ist. Ein Urinstinkt, der uns vor Schaden warnt und damit sozusagen der wichtigste Instinkt, den wir haben. Gelingt es jemandem, die Angst eines anderen zu instrumentalisieren, dann ist der andere gebrochen. Da braucht man keine Folter zu und auch kein Strafgesetzbuch. Die Angst ist ohnehin da. Man braucht lediglich die kleine Angst zu hegen und zu pflegen bis sie groß und stark ist. Angst kann dann zu Hass auf das, was Angst macht, werden. Auf die Wespen, auf Jugendliche an der Ecke, auf Nazis, Nordkoreaner und Muslime.</p>
<p>Leider sind die, die unsere Angst instrumentalisieren wollen, oft geschickter als die gewählten Autoritäten. Die schlechten Leute finden die besseren Worte. Und nicht selten die besseren Fakten.</p>
<p>Wenden wir das einmal an: Ein muslimisch erzogener Junge in Syrien lernt von frühester Kindheit an, seinen Gott zu fürchten. Lebt er nicht nach dessen Regeln, droht ihm schlimme Strafe. Daran lässt niemand in seinem Umfeld einen Zweifel. Doch die Welt dreht sich weiter und andere Einflüsse dringen ins Land. Die Menschen machen sich Sorgen, ob diese fremden Einflüsse ihre den Regeln des Gottes angepasste Welt verändern könnte. Ob diese Einflüsse womöglich dafür sorgen könnten, dass auch sie selbst bei Gott in Ungnade fallen könnten? Die Marktschreier treten auf und bestätigen die Befürchtung. Alle müssten ihre Welt verteidigen und die fremden Einflüsse vernichten. Ist die Angst erst Hass geworden, kann die Herde nicht mehr unterscheiden, was schlechter Einfluss ist und was nicht.</p>
<p>Oder: Ein deutsches Ehepaar zahlt brav die Raten des gemeinsamen Reihenhauses ab. In den Nachrichten sehen sie täglich Bilder eines schlimmen Bürgerkrieges, gar nicht so weit entfernt. Eine der kriegerischen Gruppen begeht regelmäßig Anschläge in aller Welt, die vor allem gegen Unbeteiligte gerichtet sind. Dann die Nachricht, dass Menschen aus dem Bürgerkriegsland in der Nachbarschaft eine Turnhalle beziehen sollen. Am selben Tag noch droht die terroristische Gruppe im Fernsehen, Selbstmordattentäter als Flüchtlinge getarnt in alle Welt zu schicken. Es ist nur logisch, angesichts dieser Situation Angst zu empfinden. Ein Marktschreier taucht auf und ergänzt die Fakten: Es kommen fast nur junge Männer als Flüchtlinge hier an, je nach Länge des Krieges kann aus der Duldung ein dauerhafter Aufenthalt im Land angesagt sein, die Straßen sind kaputt und unsere Arbeitslosen hungern, doch diese Fremden bekommen Geld. In vielerlei Hinsicht sind diese Aussagen unstrittig, doch einseitig. Sieht der Deutsche seinen Lebensanker bedroht, wird aus Angst Panik, Wut und Hass. Unsere Lebensanker sind in der ökonomisierten Welt längst finanzielle Werte geworden. Für andere Menschen mag das Gott sein, wir aber brauchen Haus, Kind, Auto und Mallorca. Der Angriff geht also direkt an die Basis. Und die Aufwiegler wissen das. Das verängstigte Ehepaar drückt also seine Angst aus, untermauert von den gelernten und nicht bestreitbaren Fakten. Doch statt einer angemessenen Reaktion und Diskussion seitens der kommunalen Autoritäten, wird Distanz aufgebaut. Das Ehepaar wird in die Ecke gedrängt, als rechts beschimpft und ist geächtet unter Geächteten.</p>
<p>Was man in dem Zusammenhang nicht verachten darf: Deutschland ist längst kein Land der Bildungselite mehr. Ein 17-Jähriger kann im Internet mit Google im Rücken die meisten 50-Jährigen locker an die Wand diskutieren. Die breite Basis der Menschen, die sich aufwiegeln lassen, haben nie studiert, lesen die BILD-Zeitung und lassen sich abends von RTL berieseln. Wie sollen diese Menschen gegen das immer gleich klingende, politische Geseiher ankommen, wenn nicht mit ihrerseits auswendig gelernten, faktuösen Parolen?</p>
<p>Klar kann man den Vorwurf der rechten Gesinnung bei vielen so stehen lassen, vor allem ist die Massenhysterie aber ein Fehler der Politik. Nicht der Großen, die ist damit beschäftigt, sich von einer Horde Bankern in den Arsch ficken zu lassen. Die Kommunen sind gefragt. Sie geben das Geld aus, sie müssen die Flüchtlinge unterbringen, versorgen und ihnen eine Perspektive nach der Turnhalle bieten. Also sind sie auch in der Pflicht, den Menschen, denen dieses absolut wichtige und notwendige Konzept vor die Nase gesetzt wird, zu erklären, was in der Nachbarschaft vor sich geht. Sowohl die Menschen in Deutschland als auch die Flüchtlinge, die mit nichts als ihrem Leben vor dem Tod hierher geflohen sind, verdienen eine Zusammenführung. Wohin Ghettobildung und Separatimus führen, sollte nun wirklich jedem in Erinnerung sein.</p>
<p>Daneben muss aber auch ein anderer Vorwurf durchaus gemacht werden: Ein tatsächlich sehr wesentlicher Anteil der Flüchtlinge in Deutschland ist jung und männlich. Der meist angeführte Grund: Junge Männer haben, sind sie einmal in den Klauen des IS, der Boko Haram oder einer der anderen Mordcliquen die Wahl: Sterben oder kämpfen. Der Beweggrund zu fliehen ist absolut nachvollziehbar. Nicht nachvollziehbar ist das massenweise Zurücklassen von Frauen und Kindern, die es im besten Fall nach Libyen in die großen Flüchtlingslager schaffen. Wenn nicht, ist ihr Schicksal mindestens ebenbürtig grausam. Die Kinder sind prima Kindersoldaten, die Frauen sind spitze, um sich abzureagieren wenn‘s grad keinen zum erschießen oder köpfen gibt. Ein Fall, der subkutan bei einigen Leaking-Plattformen verbreitet wird, ist eine Massenvergewaltigung einer 14-Jährigen. Ihr wurden zuerst die Beine abgehackt, damit sie nicht mehr treten konnte, dann wurde sie von 120 Männern vergewaltigt, ehe sie ihren Verletzungen erlag (wahrscheinlich starb sie schon auf halber Strecke). Alles im Namen eines „Gottes“. Ihr Vater und ihr Bruder waren zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg nach Italien. Der Wahrheitsgehalt dieser Geschichte ist freilich nicht messbar, dennoch gibt es unzählige belegte Fälle von Massenvergewaltigung und dem Verkauf junger Mädchen als Sexsklavinnen.</p>
<p>Alle friedlichen Menschen müssen vor den Kranken und Perversen, denen die Welt in Syrien und Afrika gerade völlig freie Hand lässt, beschützt werden. Jeder Mensch, der vor einem derartigen Regime davon läuft, sollte von uns begrüßt und freundlich behandelt werden. Alle wollen immer geschundene Tiere von der Straße oder vor grausamen Herrchen retten und ihnen ein schönes Zuhause bieten – aber verfolgten, verletzten, vergewaltigten und bedrohten Menschen wollen sie nicht helfen. Wahrscheinlich weil eine Katze dem Langzeitarbeitslosen nicht die in letzter Zeit seeeehr interessanten Jobangebote wegschnappt.</p>
<p>Es spielt in meinen Augen keine Rolle, auf welcher Seite des Mittelmeers die falschen Propheten predigen. Ob sie die Zerstückelung irgendwelcher Leute wegen angeblicher Ungläubigkeit fordern oder die Abschiebung von Menschen, die ihr Leben riskiert haben, um selbiges zu retten. Ob die Worte „Schmarotzer“, „Islamist“ oder „von unserem Geld finanziert“ sind oder „Dschihad“, „Märtyrer“ und „Gott“, ist mir scheißegal. Die einzige Chance, den Frieden bei uns zu halten und unseren Beitrag zur Deeskalation der IS-Krise zu leisten, ist es, friedlich zu sein. Unabhängig von Trugbildern (Religion), Lebensankern und steuerfinanzierten Gebäuden.</p>
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		<title>Freie Radikale</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Oct 2014 17:25:50 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Es herrscht Krieg in der Welt. Eigentlich überall. Gerade beballern sich Israel und die Palästinenser mal wieder, in der Ukraine schlachten sich Russen, die Ukrainer sind aber lieber Russen wären und Ukrainer, die Ukrainer sind und lieber Europäer wären gegenseitig ab. In Mexiko wurden Lehramtsstudenten nach einer Demo weg gemetzelt, worauf hin andere Lehramtsstudenten Mexiko niederbrennen. In China werden demokratische Jünglinge mit Regenschirmen kritisch durch Zielfernrohre beäugt und in Kolumbien weiß man gar nicht mehr so genau, wer eigentlich gerade wen umbringt. Man weiß nur, dass alle Drogen nehmen. Das...<a class="read-more" href="http://blog.derkroe.de/?p=62">read more</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es herrscht Krieg in der Welt. Eigentlich überall. Gerade beballern sich Israel und die Palästinenser mal wieder, in der Ukraine schlachten sich Russen, die Ukrainer sind aber lieber Russen wären und Ukrainer, die Ukrainer sind und lieber Europäer wären gegenseitig ab. In Mexiko wurden Lehramtsstudenten nach einer Demo weg gemetzelt, worauf hin andere Lehramtsstudenten Mexiko niederbrennen. In China werden demokratische Jünglinge mit Regenschirmen kritisch durch Zielfernrohre beäugt und in Kolumbien weiß man gar nicht mehr so genau, wer eigentlich gerade wen umbringt. Man weiß nur, dass alle Drogen nehmen. Das alles verblasst in der öffentlichen Wahrnehmung aber gegen den beispiellosen Amoklauf der ehemaligen Gruppe ISIS, die inzwischen IS genannt werden möchte und einen &#8220;Islamischen Staat&#8221; gründen möchte oder schon gegründet hat. Auch da weiß man es nicht so genau.</p>
<p>Alle haben Angst vor dem IS, denn das Vorgehen dieser Menschen ist in der Tat überaus brutal. Das ist aber nur ein Aspekt, der die Angst in den Menschen schürt, zumindest wenn man den zahllosen Talkshow-Gästen und Umfragen glaubt, die sämtliche Medien überschwemmen. Denn wie auch beispielsweise die Boko Haram in Nigeria, bezeichnen sich die Anhänger des IS als &#8220;islamisch&#8221;. Und damit wird das Ganze zu einem Glaubenskrieg, der keiner ist. Ich vermeide bewusst Begriffe wie &#8220;Islamisten&#8221; und so, weil der Glaube in diesem Krieg keine, oder besser gesagt die falsche Rolle spielt. Nach Recherchen verschiedener Nachrichtenagenturen und auch meiner selbst ist im Koran, der heiligen Schrift des Islam keinerlei Andeutung darauf zu finden, dass ein Gläubiger etwas Gutes damit täte, andere zu vertreiben und zu töten. Auch dass man Journalisten aus aller Welt vor Kameras enthaupten soll oder massenhaft Frauen und Kinder vergewaltigen und töten soll, steht nicht im Koran.</p>
<p>Wer sich die Mühe macht, den Koran zu lesen und das ohne dass einem ein Irrer dabei die Ohren voll seihert , der stellt schnell fest dass der Koran eine durchaus friedliche Schrift ist. Mehr noch, die Regeln, denen sich die Gläubigen zu unterwerfen haben sind weniger streng ausgedrückt als in der Bibel. Auch Tanach und selbst die Veden gehen nach diesem Muster vor. Man soll sich im wesentlichen benehmen, manche Sachen nicht essen (da haben es die Christen zugegebenermaßen am Besten), füreinander da sein, gottesfürchtig sein und sich wehren, wenn jemand Leib, Leben oder Religion angreift. Richtig, der vielbequatschte Dschihad ist &#8211; auch nach Interpretation der führenden Islamwissenschaftler weltweit &#8211; ein Verteidigungskrieg.</p>
<p>Natürlich gibt es immer Menschen, die nicht ganz eindeutig verfasste Texte auf ihre Art interpretieren, um etwas zu tun, was sie einfach schon immer mal machen wollten. Dazu gehört soziale Ausgrenzung, wie es religionsgestützt immer noch in Indien in Form der Kasten praktiziert wird. Dazu gehört, dass bei der Eroberung Amerikas jeder, der nicht konvertierte, ermordet wurde und in der alten Heimat alle mal gucken wollten, wie gut so ne rothaarige Frau wohl brennt. Scheinbar ganz gut, sonst hätte man wohl weniger Hexen verbrannt. Diese Phasen wilder Uminterpretation dogmatischer Texte gab und gibt es in jeder Religion und übrigens auch weit darüber hinaus.</p>
<p>In Afrika und im &#8220;Islamischen Staat&#8221; passiert genau das. Menschen mit absolut weltlichen Bestrebungen nutzen mehrdeutige Passagen einer heiligen Schrift um ihre Ziele zu erreichen. Sie wissen, dass den Menschen ihr Glaube über alle Maßen wichtig ist und sie, wenn sie erst von der Richtigkeit der Interpretation des Anführers überzeugt sind, verdammt weit gehen um dem Glauben gerecht zu werden. Man denke nur einmal daran, wie viele Deutsche dem Anführer mit dem Bärtchen hinterher gerannt sind und der Meinung waren, Juden zu vergasen sein eine prima Sache. Die Leidenschaft, die begabte Redner verbreiten können, wenn ihre Ideologie das Begehren einer Menge trifft und bestärkt, kann weit mehr zerstören als es ein Krieg vermag.</p>
<p>Wenn also eine Bande junger, unzufriedener Menschen einen starken Anführer finden, der den Text ihres Glaubensbekenntnisses so uminterpretiert, dass die Unzufriedenheit über die Lebensumstände in Hass auf alles umschlägt; wenn diese Menschen finanziell von ebenfalls überzeugten Anhängern und Kriegstreibern unterstützt werden, dann macht diese Bande, was ihre niedersten Triebe schon immer umsetzen wollten: Menschen enthaupten, ballernd durch Dörfer fahren. Sowas eben. Und wie ist das wenn man ein Kind fickt? Macht es mehr Spaß, wenn man eine bewusstlos geschlagene Frau zu sechst vergewaltigt? Männerausflug auf dem Pick-up mit Waffen. Ein Dorf niederbrennen, ein paar Morde &#8211; ein rundum gelungener Nachmittag. Klar, dass das auch Begehrlichkeiten der ausländischen Bevölkerung schürt. Deshalb rufen auch schon in Deutschland viele zum Dschihad auf. Neulich in Bonn, der &#8220;Hochburg der Salafisten&#8221;, wurde ich angesprochen. Der Mann war wahrscheinlich so um die 25 Jahre alt und wollte mir einen Koran schenken, damit ich konvertieren kann. Voll flammender Inbrunst erzählte er von der Herrlichkeit Allahs (übrigens eine Sache, die ich nie kritisieren würde. Glaube ist was Gutes und jeder soll glauben woran er möchte).</p>
<p>Interessant wurde es bei Nachfrage zum Dschihad. Sofort konnte mein Missionar die entsprechende Stelle im Buch aufschlagen. Auch zu anderen, öffentlich schon mal thematisierten Aspekten wie Halal Schlachtung oder das Verbot von Schweinefleisch wusste er sofort Bescheid. Ich frage mal, wo im Buch ich denn die berühmten fünf Säulen des Islams finden würde. Er suchte fast 10 Minuten bis ich ihn darüber aufklärte, dass selbige nicht im Koran, sondern im sogenannten Gabriel-Hadith zu finden sei. Nur ein Beispiel dafür, dass die flammendsten (Gottes-)krieger oft nicht die leiseste Ahnung von dem haben, wofür sie kämpfen.</p>
<p>Und da kommen wir zum Kern des Ganzen. Die Amis fliegen inzwischen Angriffe auf den IS, die Türken können sich auch bald nicht mehr raushalten, schließlich ist ja nun nicht so, als würden die IS-Trampel sich erst genau anschauen, wer da vor ihnen steht, bevor sie das Mündungsfeuer leuchten lassen. Das ganze endet in einem Gemetzel, von dem sich die gesamte Region, die noch immer auf dem Stand eines Entwicklungslands ist, die nächsten 20 und mehr Jahre nicht erholen wird. Städte werden zu Asche gemacht, Frauen zu Witwen, Kinder zu gehendem Hass. Die Böden werden nicht mehr nutzbar sein und Tausende werden an den Spätfolgen sterben.</p>
<p>Gleichzeitig entwickelt sich auf der ganzen Welt ein Hass auf den Islam. Jede Angst wird irgendwann zu Wut und die entlädt sich gerade. Denken unsere deutschen Hassprediger tatsächlich, dass die zurückhaltende Art, die ihnen bisher noch erbschuldnerisch freie Hand lässt, für immer bleibt, bis die ganze Welt ein IS ist? Es entwickeln sich schon Strömungen, die deutlich eskalativer unterwegs sind. Der Schaden, den diese sogenannten Muslime über ihre Religion und ihre Mitmenschen bringen, lässt sich in Worten gar nicht ermessen. Irgendwann schlägt eine Welle des Hasses zurück und unbescholtene Menschen, die friedlich ihren muslimischen Glauben praktizieren, werden blindwütig angegriffen.</p>
<p>Den &#8220;Glaubenskrieg&#8221; im nahen Osten werden nicht die Amis lösen. Auch keine Türken oder Deutsche oder Franzosen. Allein der Islam selbst kann sich von dem Krebsgeschwür befreien. Warum laufen die Muslime nicht Sturm gegen den IS? Gegen die Leute, die ihre Gesetze für Mord und Vergewaltigung mißbrauchen? Gegen die, die im Namen Allahs unsägliche Verbrechen begehen? Warum ruft in Deutschland kein Muslim dazu auf, nach Kobane zu reisen und dem IS die Stirn zu bieten? Denen die Stirn zu bieten, die in blinder Zerstörungswut selbst Moscheen und Heiligtümer des Islam in die Luft sprengen. Warum soll die internationale Gemeinschaft dieses Krebsgeschwür von den Muslimen schneiden? Warum, liebe und gute Muslime, wehrt ihr euch nicht? Warum kämpft ihr nicht gegen die, die dafür sorgen, dass immer mehr von euch Angst und Hass entgegen schlägt, selbst von Menschen die ihr kennt und liebt?</p>
<p>Koranzitat:</p>
<p>&#8220;5:8 Ihr die ihr glaubt! Seid standhaft in Allahs Sache, bezeugend in Gerechtigkeit! Die Feindseligkeit eines Volkes soll euch nicht verleiten, anders denn gerecht zu handeln. Seid gerecht, das ist näher der Gottesfurcht. Und fürchtet Allah; wahrlich, Allah ist kundig eures Tuns. &#8221;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>- nichts hinzuzufügen.</p>
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