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	<title>Der Krö &#187; derkroe</title>
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	<description>Gedanken zur Schlechtigkeit von Mensch und Welt</description>
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		<title>Faktencheck zum Facebook-Brandbrief</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Apr 2019 22:41:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derkroe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf Facebook macht ein neuer „Brandbrief“ die Runde. Einer, der mit „Recht hat er“ und „dem ist nichts hinzuzufügen kommentiert wird. Doch. Da ist was hinzuzufügen. Eine Menge sogar. Der Faktencheck:  „Der Bundespräsident ermutigt Minderjährige die Schule zu schwänzen und gegen einen Klimawandel zu demonstrieren, von dem keiner weiß, ob es ihn überhaupt gibt. Die deutschen Medien liegen einer schwedischen Göre zu Füßen und können sich kaum noch einkriegen.&#8221; Von der eigenen Idiotie und Ignoranz sollte nicht auf das große Ganze geschlossen werden. Viele Menschen ignorieren den Klimawandel, was nicht...<a class="read-more" href="http://blog.derkroe.de/?p=102">read more</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #333333;">Auf Facebook macht ein neuer „Brandbrief“ die Runde. Einer, der mit „Recht hat er“ und „dem ist nichts hinzuzufügen kommentiert wird. Doch. Da ist was hinzuzufügen. Eine Menge sogar. Der Faktencheck:</span></p>
<p><span style="color: #0000ff;"><em> „Der Bundespräsident ermutigt Minderjährige die Schule zu schwänzen und gegen einen Klimawandel zu demonstrieren, von dem keiner weiß, ob es ihn überhaupt gibt. Die deutschen Medien liegen einer schwedischen Göre zu Füßen und können sich kaum noch einkriegen.&#8221;</em></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Von der eigenen Idiotie und Ignoranz sollte nicht auf das große Ganze geschlossen werden. Viele Menschen ignorieren den Klimawandel, was nicht bedeutet, dass er nicht längst massiv in Kraft getreten ist. Studien dazu gibt es wie Sand am Meer und von Wissenschaftlern aus allen Teilen der Erde. Eine weltweite Verschwörung? Und wozu sollte die gut sein? Wer sich auch nur ein paar Minuten Mühe gibt, Google mit den Suchworten „Climate Change Study“ o.ä.  zu füttern oder bei Statista drei Statistiken ansieht weiß, dass die „schwedische Göre“ und jeder einzelne Mensch, egal ob jung oder alt, der versucht, die Politik zum Handeln zu zwingen, verdammt noch mal gut daran tut. Dass das überhaupt nötig ist und dass sich Erwachsene daran ereifern und – wie jüngst passiert – sogar junge Demonstranten angreifen, ist ein Armutszeugnis und die verbalen Entgleisungen des Autors brandmarken ihn als genau jene autoradikalisierte Störkraft, die uns von Pegida bis AfD alles eingebracht haben.</span><br />
<span style="color: #0000ff;"><em>„Hallelujah! Es ist soweit! Der Zerfall dieser Kultur geht in die Endphase. Die Anarchie naht und bald fallen die letzten Bollwerke der Vernunft und wir können ausrufen: Alles ist erlaubt!“</em></span></p>
<p><span style="color: #888888;">Weil Schüler für eine bessere Zukunft demonstrieren. Ja klar.</span></p>
<p><span style="color: #0000ff;"><em> „Mir scheint, Vielen ist das noch nicht wirklich bewusst. Sie haben sich schon an so viel Irrsinn schon gewöhnt, schreiben vernünftelnde Texte und hoffen, dass der Spuk bald vorübergeht.</em></span><br />
<span style="color: #0000ff;"> <em> Leute, Leute! Wacht doch endlich auf! Blickt doch mal auf das große Ganze, das phantastische Spektakel, das sich euch bietet. So was ist nur wenigen Generationen vergönnt. Eine verdammte Gesellschaft, die nicht schnell genug vergehen will. Da wird die Sprache von oben verhunzt durch Gendersternchen. Da wird nicht nur ein drittes Geschlecht propagiert, Nein, da werden Toiletten für dieses Hirngespinst gebaut.“</em></span></p>
<p><span style="color: #888888;">Gendersternchen – ok. Das nervt ein bisschen. Aber hätte die Gleichberechtigung von Frauen in Deutschland nicht erst gefühlt 1980 eingesetzt, nachdem unsere penislosen Mitmenschen über Jahrhunderte Familie und Herd zu hüten hatten und Sonntags für den Herrn des Hauses bei dessen Laune den Arsch hinzuhalten hatten, dann wären wir sprachlich vielleicht auch nicht in der Sackgasse, in der wir sind. Zu behaupten, das „dritte Geschlecht“ sei ein Hirngespinst ist so, als würde man heute auch noch Homosexuelle als krank begreifen. Die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität geht von 20.000 – 80.000 Transgendern in Deutschland aus und die Zahl steigt andauernd. Reichlich Infos für Hirngespinst-Gläubige gibt’s hier: <span style="color: #888888;"><a href="https://www.dgti.org/">https://www.dgti.org/</a></span></span></p>
<p><span style="color: #0000ff;"><em>„Da werden Fahrverbote aufgrund dubioser Messungen und Grenzwerte verhängt und die wichtigste Industrie dieses Landes mutwillig zerstört.“</em></span></p>
<p><span style="color: #888888;">Das einzig dubiose an den Messungen sind die Versuche einiger Städte und Kommunen, die Werte zu frisieren. Die Feinstaubbelastung in Städten ist nachweislich alarmierend. Eine schöne Gegenüberstellung von fundierter Recherche und populistischer Kackscheisse hier: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Efb5ytdZaC8&amp;t=2s"><span style="color: #888888;">https://www.youtube.com/watch?v=Efb5ytdZaC8&amp;t=2s</span></a></span></p>
<p><span style="color: #888888;">Lustiges Stück zur Feinstaub-Friesiermessung´: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=BNpagbZXZeo&amp;t=1s"><span style="color: #888888;">https://www.youtube.com/watch?v=BNpagbZXZeo&amp;t=1s</span></a></span></p>
<p><span style="color: #888888;">Und man könnte so empfinden, dass die „wichtigste Industrie“ Deutschlands in den Jahren seit 1893 hätte Fortschritte machen können, statt den Diesel einfach stupide immer weiter zu produzieren.</span></p>
<p><span style="color: #0000ff;"><em> „Eine irrwitzige Energiewende wird eingeläutet, nach dem Atomstrom wird auch der Kohlestrom über Bord geworfen. Der Blackout droht, und der Wahnsinn nimmt kein Ende.“</em></span></p>
<p><span style="color: #888888;">Eine häufig genannte Schreckensmeldung. Der Blackout. Uhh-huuu! Das Problem am Ökostrom ist derzeit nicht, dass der Ökostrom nicht reicht (das macht der Mix aus Luft, Wasser und Sonne schon ganz gut), sondern daran, dass das Netz die kaskadierenden Spannungsschwankungen noch nicht so gut wegsteckt. Aber deshalb droht noch lang kein Blackout. Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass ein Blackout für die Bürger kommen könnte, da zur Zeit auch Ankaufsmöglichkeiten aus dem Ausland sowie ja weiterhin noch produzierende Kohlekraftwerke am Netz sind. Ist also an der Zeit, die Netzstabilität zu überarbeiten. Hätte man ja auch früher mal dran denken können.</span><br />
<span style="color: #0000ff;"><em>&#8220;Nichts funktioniert mehr in diesem verwahrlosten Land. 10.000 marode Brücken, kaputte Schulen und Straßen – die Infrastruktur pendelt sich auf dem Niveau eines Schwellenlandes ein.&#8221;</em></span></p>
<p><span style="color: #888888;">Nur mal für die Zahl: Mit Stand 2018 sind 12,4 % der Brückenfläche in Deutschland marode. Macht bei etwa 40.000 Brücken in Deutschland nicht mal 5000. Da die meisten betroffenen Brücken wohl Autobahn- oder anderweitig vielbefahrene Straßenbrücken sind, ist mal eher von 1500 – 2000 auszugehen. Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/deutschland-so-ist-es-um-die-bruecken-bestellt-a-1215558.html"><span style="color: #888888;">http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/deutschland-so-ist-es-um-die-bruecken-bestellt-a-1215558.html</span></a></span></p>
<p><span style="color: #888888;">Zur sonstigen Infrastruktur: Fahrt mal nach Belgien, Spanien, Italien und vergleicht die Straßen dort mit selbst den schlimmsten unserer Straßen. Da sollte mal jemand googlen, was Schwellenland eigentlich bedeutet. Bei Schulen ist das übrigens dasselbe.</span></p>
<p><span style="color: #0000ff;"><em>„Wir alle lachen über die Regierungsflieger, die immer wieder stranden. Die Bundeswehr: eine Lachnummer, bei der wohl kaum noch etwas einsatzbereit ist.“</em></span></p>
<p><span style="color: #888888;">Stimmt. Da läuft eine Menge auf sehr teure Art schief.</span><br />
<span style="color: #0000ff;"><em>„Ja, natürlich: offene Grenzen – weltweit einmalig. Millionen von meist ungebildeten Migranten, Milliarden für eine dubiose Asylindustrie.&#8221;</em></span></p>
<p><span style="color: #888888;">Uff, da es immer um Deutschland geht: 2015 waren es 890.000, 2016 waren 280.000 und 2017 186.000. 2018 war so ähnlich mit 185.000. Das sind keine „Millionen“. Ein Großteil ist auch schon wieder weg. Also ganz ruhig. Ungebildet sind davon übrigens gar nicht so viele. Der Autor meint sicher die Armutsflüchtlinge, meist aus Afrika, aber auch aus Rumänien und Co. Davon schaffen es aber gar nicht so viele, hier ein Bleiberecht zu bekommen (oder illegal da zu bleiben). Der größte Teil der Flüchtenden sind vor einem Krieg oder politischer Verfolgung geflohen und damit ein Querschnitt durch die Gesellschaft. Vom Bäcker über den Friseur bis zum Zahnarzt. Aber pardon, es soll sicher das Bild erhalten bleiben, dass dort nur dumme Affen leben und uns unseren Wohlstand klauen wollen, den sie dann auf einer Palme fressen, während sie auf unseren Benz scheissen.</span></p>
<p><span style="color: #0000ff;"><em>„Überall schießen Moscheen aus dem Boden, die Kriminalität steigt und in den großen Städten haben über 50 Prozent der Kinder bereits Migrationshintergrund. Das Fernsehen berichtet stolz über Islam-Schnupperkurse in den Kindergärten.“</em></span></p>
<p><span style="color: #888888;">Stimmt, Moscheen nerven mich auch. Ungefähr genauso sehr wie Kirchen. Allerdings finde ich bei der Liste der Moscheen in Deutschland (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Moscheen_in_Deutschland"><span style="color: #888888;">https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Moscheen_in_Deutschland</span></a>), also zumindest der offiziellen Moscheen vom Dachverband, lediglich fünf Moscheen, die seit 2015 neu entstanden sind. Komisch, wo die doch „überall aus dem Boden schiessen“.</span></p>
<p><span style="color: #888888;">Die Kriminalität steigt übrigens nicht, sondern war 2018 auf dem niedrigsten Stand seit 1992. Die Angst vor Kriminalität ist dagegen auf einem Höchstwert. Kann sich jeder selbst fragen, bei wem jetzt das Problem liegt.</span></p>
<p><span style="color: #888888;">50% der Kinder haben Migrationshintergrund ist schlicht unwahr. Es gab 2017 einen Peak mit 39,1%, der ist aber etwas gesunken (finde die Statistik grad nicht wieder). Dazu gehören aber auch die netten Schweden und Dänen, die Amerikaner, Russen, Schweizer und Österreicher – nicht nur die Terroristen aus den Südlanden.</span><br />
<span style="color: #0000ff;"><em>„Frauentag und Frauenquote! Die Medien jubeln.&#8221;</em></span></p>
<p><span style="color: #888888;">Schon falsch. Das Thema wurde in den Medien äußerst kontrovers diskutiert.</span></p>
<p><span style="color: #0000ff;"><em>„Als hätten die Frauen, die es bisher in politische Führungsämter geschafft haben, nicht genug Unheil angerichtet. Aber das wird munter wegrelotioniert.“</em></span></p>
<p><span style="color: #888888;">Lustig, einen männlich besetzten Neologismus (falsch) zum Ende einer Anti-Frauen-Eskapade zu schreiben. Ansonsten faktenleere, subjektive lauwarme Luft. Es sei denn, die Nahles ist gemeint. Die kann ich nicht leiden. Zum Glück machen unsere Prachtjungs Seehofer, Spahn und Co. ja alles richtig und gut.</span><br />
<span style="color: #0000ff;"><em>„Bei den Zukunftstechnologien, bei KI, Digitalisierung oder Gentechnik ist dieses Land weit abgeschlagen. Da wird sich auch kaum was ändern.“</em></span></p>
<p><span style="color: #888888;">Stimmt, wir müssen ja Autos nach dem Muster von 1893 bauen (weil ist die wichtigste Industrie).</span></p>
<p><span style="color: #0000ff;"><em>„Die wichtigste Ressource verfällt, das Bildungsniveau sinkt immer weiter ab. Soll ja keiner benachteiligt werden beim Run auf die Studienplätze in Genderwissenschaften oder Sozialpädagogik, während in China jedes Jahr eine Million gut ausgebildeter und hochmotivierter Diplomingenieure die Unis verlässt.“</em></span></p>
<p><span style="color: #888888;">Beim Bildungsniveau passiert mit G9 und endlich wieder gelehrter Rechtschreibung ja gerade wieder was, worauf wir uns freuen können. In China ist die Zahl tatsächlich sogar höher. Der Google Übersetzer war grad nicht so spitze mit Mandarin, aber ich glaube, es sind sogar rund 8 Millionen Ingenieursstudenten. Allerdings kann von „gut ausgebildet“ keine Rede sein. Wer in Deutschland seinen Dipl.-Ing. macht, ist nach wie vor auf der ganzen Welt eine heiß begehrte Arbeitskraft. Chinesische Ingenieure sind nicht mal im eigenen Land eine sonderlich begehrte Arbeitskraft.</span></p>
<p><span style="color: #0000ff;"><em>„Aber in Deutschland möchte ein Drittel der Studierenden in den öffentlichen Dienst, weil man dort für nichts verantwortlich ist und die Work-Life-Balance stimmt. Die nichtsnutzige Generation Z liebt die Grünen, denn die sind immer für mehr Bürokratie und staatliche Bevormundung gut.“</em></span></p>
<p><span style="color: #888888;">Genau genommen beklagt der Öffentliche Dienst seit vielen Jahren seinen Nachwuchsmangel. Da war mal die Rede von 50.000 Stellen am Anfang (2010), die nicht besetzt werden konnten. Auch jetzt ist es noch schwierig für den ÖD, taugliche Arbeitskräfte zu finden. Was die Generation Z mit den Grünen zu tun hat, erschließt sich mir nicht. Hab ich die grüne Mehrheitsregierung verpasst?</span><br />
<span style="color: #0000ff;"><em>„Wer Idioten wählt, oder gewählten Idioten folgt, wird mit Zukunftsentzug nicht unter zwei Generationen bestraft“, möchte man rufen. Die politischen Eliten treiben das Land immer weiter in den Suizid und die Isolation. Merkel verdirbt es sich mit den USA, mit Russland und China gleichzeitig, indem sie den Politikern dort frech die Leviten liest. Man möchte wirklich glauben, dass unser Politgesindel von finsteren, deutschlandfeindlichen Mächten ferngesteuert wird.“</em></span></p>
<p><span style="color: #888888;">Angela Merkel ist eigentlich nur in Teilen von Deutschland unbeliebt (zumindest seit die Griechen sich wieder eingekriegt haben). In den USA (vor Trump, der mag eh niemanden), Russland und China ist sie eine gern gesehene Politikerin, hart aber immer „on top oft he game“ (Washington Post). Und unsere Politik wird von finstereren, deutschlandfeindlichen Mächten gesteuert? Hat der Kopp Verlag wieder ne Alien-Geschichte gehabt?</span><br />
<span style="color: #0000ff;"><em>„Was ist das für ein Volk, diese Deutschen? Existiert es überhaupt ? 400 Milliarden hat es sich durch die betrügerische Nullzinspolitik rauben lassen. Aus der eigenen, privaten Tasche! Der bisherige Höhepunkt der Ausplünderung wird sicherlich bald durch Bankenunion und ähnlichen EU-Schwachsinn getoppt.“</em></span></p>
<p><span style="color: #888888;">Die genau genommen 436 Milliarden sind das theoretische Sparpotential, was wir hätten sparen können, falls wir bessere Zinsen hätten – umgelegt auf jeden Bürger etwas über 5000 Euro. Basierend auf den durchschnittlichen Zinssätzen zwischen 1998 und 2008. Zinsen, auf die niemand ein gegebenes Recht hat. Und niemand muss aus der „eigenen, privaten Tasche“ etwas bezahlen.</span><br />
<span style="color: #888888;"> <em>„Aber dem Deutschen ist scheinbar alles egal, er liegt schon länger wohlstandsverwahrlost im Koma. Es interessiert ihn offenbar nicht, dass beispielsweise ein Österreicher bei gleichen Bruttobezügen 40 Prozent mehr Rente bekommt als er.“</em></span></p>
<p><span style="color: #888888;">U.a. liegt das daran, dass deutlich mehr, nämlich 22,8% eingezahlt wird. In Deutschland 18,7% (2017). Mehr zum Thema hier: <span style="color: #888888;"><a href="https://www.merkur.de/politik/renten-paradies-oesterreich-faktencheck-8465343.html">https://www.merkur.de/politik/renten-paradies-oesterreich-faktencheck-8465343.html</a></span></span></p>
<p><span style="color: #0000ff;"><em> „Dass der mittlere Haushalt in der Bundesrepublik weniger Nettovermögen besitzt als der Durchschnitt der EU-Bürger und die Quote für Wohneigentum niedriger ist als in den meisten EU-Staaten. Dass dieses Land an der Weltspitze liegt bei den Abgaben auf Einkommen. Aber der Deutsche masturbiert weiter auf die Phantasie vom „reichen und wohlhabenden Land“.“</em></span></p>
<p><span style="color: #888888;">Genaugenommen sind wir auf Platz 7 und fast 1000 Euro über dem europäischen Durchschnitt <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/183571/umfrage/bruttomonatsverdienst-in-der-eu/"><span style="color: #888888;">https://de.statista.com/statistik/daten/studie/183571/umfrage/bruttomonatsverdienst-in-der-eu/</span></a> Das Problem mit reich und wohlhabend ist immer, dass halt nicht alle reich und wohlhabend sein können. Der Chef verdient vor allem daran, dass er mehr vom Kunden bekommt, als ihn sein Personal kostet. Da wären sicher gerade beim Wohnungsmarkt Regulierungen überfällig.</span></p>
<p><span style="color: #0000ff;"><em>„Dass die Altersarmut steigt, 930 Tafeln hungernde Menschen mit Lebensmitteln versorgen müssen, ein aufgeblähter öffentlich-rechtlicher Propaganda-Moloch mit 8 Milliarden Zwangsgebühren pro Jahr immer noch nicht genug hat, dass die Gesundheitsversorgung immer schlechter wird und um die 15.000 Menschen in Krankenhäusern jährlich an multiresistenten Keimen sterben, &#8211; das alles juckt die Deutschen in ihrer Duldungsstarre nicht im geringsten.“</em></span></p>
<p><span style="color: #888888;">Alles große Themen, die viiiiieeel diskutiert werden. Frage mich langsam, wo dieser Autor wohl lebt? Unter einem Stein? Also: Altersarmut steigt – stimmt, ist ein Riesenproblem.</span></p>
<p><span style="color: #888888;">Tafeln: Es sind 940, die wenigsten „Kunden“ der Tafeln hungern, bewegen sich aber um die Armutsgrenze. Nach Angaben der Tafeln regelmäßig bis zu 1,5 Millionen Menschen.</span></p>
<p><span style="color: #888888;">Rundfunkgebühr: Der „Propaganda-Moloch“ hat 2018 7,82 Milliarden Euro eingenommen. Davon werden Sendungen auf ARD, ZDF und allen dritten Programmen finanziert. Dazu gehören Weltmeisterschaften, Song Contests und diese ganzen Tatorte. Zusätzlich sämtliche öffentlich-rechtlichen Radiosender. RTL hat 2018 übrigens 2,2 Milliarden Euro Umsatz gemacht. Und deren Aktivitäten sind ein Bruchteil dessen, was der gesamte öffentlich-rechtliche Rundfunk leistet. Und weil alles teurer wird, kämpft man auch hier mit steigenden Kosten.</span></p>
<p><span style="color: #888888;">Gesundheit: Die Versorgung wird immer besser, nur auf dem Land dünnt es sich etwas aus. Gesundheit ist auch Eigenverantwortung. Wer immer gleich nach Antibiotika schreit, wird anfälliger für Krankenhauskeime. Gesundes Leben hilft</span> <span style="color: #888888;">gegen kranke Fieslinge.</span><br />
<span style="color: #0000ff;"><em>„Tumorartig wuchert der bürokratische Apparat, es werden mehr Beamte eingestellt, wo schon jetzt die üppigen Pensionszusagen zu explodieren drohen.“</em></span></p>
<p><span style="color: #888888;">Hierzu ist nirgends auch nur die kleinste Information zu finden. Frei erfunden?</span></p>
<p><span style="color: #0000ff;"><em>„Sein Treibstoff: immer neue Gesetze und Verordnungen, eine verbissene Bevormundung durch linksgrüne Etatisten, die jede Vitalität der Gesellschaft im Keim erstickt und die Umverteilungsfanatiker legitimiert. Erst wenn jeder Transferzahlungsempfänger ist, ist das Werk der sozialistischen Pest vollendet.“</em></span></p>
<p><span style="color: #888888;">Ich verstehe nicht einmal, was er (oder sie, oder divers) hier sagen will. Klingt für mich nach aneinandergereihten Stichwörtern, denen irgendwie das Fleisch am Knochen fehlte. „Linksgrüne Etatisten“ fungiert dabei wie „rechtsradikal Gemäßigte“? „Vitalität der Gesellschaft“ würde ich mal als Pegida interpretieren und &#8220;sozialistische Pest&#8221; – hmm, CDU? <img src='http://blog.derkroe.de/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':D' class='wp-smiley' /> </span><br />
<span style="color: #0000ff;"><em>„Nein, es lohnt nicht mehr, sich Gedanken oder Sorgen um dieses Land zu machen, kluge Texte zu schreiben oder Argumente zu sammeln.“</em></span></p>
<p><span style="color: #888888;">Deshalb ist auch nichts von alldem in diesem Text enthalten.</span></p>
<p><span style="color: #0000ff;"><em>„Der Zerfall ist umfassend und absolut. Wohin man blickt, regiert der Wahnsinn, beklatscht von infantilen Dummschwätzern. Ist der soziale Kern erst erodiert, zerfällt es sich ganz ungeniert. Naiv der, der noch selbstbetrügerisch Hoffnung hat.“</em></span></p>
<p><span style="color: #888888;">Ergänze: Wohin man blickt schreiende Dummschwätzer die das Ende der deutschen Rasse beklagen.</span><br />
<span style="color: #0000ff;"><em> „Freuen wir uns auf die aufregenden und spannenden Zeiten, die jetzt vor uns liegen. Bürgerkriegsähnliche Zustände, Clans die NoGo-Zonen beherrschen, vielleicht der Crash des Euro.“</em></span></p>
<p><span style="color: #888888;">Und ich dachte, die Rechten wollten, dass der Euro crasht? Und dass wir doch schon bürgerkriegsähnliche Zustände haben. Siehe oben, die Kriminalität ist ja allgegenwärtig und die Clans haben doch schon die Hälfte aller Kinder zu Migranten gemacht, oder hab ich was falsch verstanden?</span></p>
<p><span style="color: #0000ff;"><em>„Nach der Spaltung dann die Zersplitterung der Gesellschaft und das Aufkommen tribalistischer Strukturen. Die immer härter ausgetragenen Konflikte zwischen Jung und Alt, Stadt und Land, Männern und Frauen, Migranten und Einheimischen, Systemprofiteuren und Ausgeplünderten.“</em></span></p>
<p><span style="color: #888888;">Und Mad Max zieht seine Runden durch die Wüste, die einst ein Weltreich war. Der Autor wird hier ja richtig melancholisch…</span><br />
<span style="color: #0000ff;"><em>&#8220;Endlich Anarchie! Alles ist erlaubt, wenn man sich traut und sich nicht besonders blöd anstellt. Scheiß auf die Zukunft, Rente never comes, was zählt ist das Hier und Jetzt. Autorität? Was war das nochmal?</em></span><br />
<span style="color: #0000ff;"> <em> Aber vielleicht kommt er ja schon bald, der herbeigesehgnte muslimische Bundeskanzler. Dann wird die Scharia eingeführt und Ruhe ist im Karton mit dem Aufdruck „Failed State“&#8221;</em></span></p>
<p><span style="color: #888888;">Ganz ehrlich, welchen Unsinn ein Bundeskanzler glaubt, ist doch scheissegal. Die Gesetze macht in Deutschland auch nicht der Kanzler. Aber lassen wir das.</span></p>
<p><span style="color: #888888;">Fassen wir zusammen: Wie bei diesen Stammtischmaulereien üblich, fehlt fast jeder Aussage ein faktisches Fundament. Es ist der übliche Ton, der heute angeschlagen werden muss, wenn man gehört werden will und die Verbreitung in den sozialen Medien ist hoch. Menschen lesen das und fühlen sich in ihrem subjektiven Empfinden, das durch die mediale Überforderung geschürt wird, bestätigt. Wenn doch alle erstmal nachlesen würden, ob das stimmt, was sie da gerade gehört oder gelesen haben, was für ein schöner Ort könnte doch das Internet sein.</span></p>
<p><span style="color: #888888;">Der Autor des Textes ist übrigens nicht ausfindig zu machen. Würde mich nicht wundern, wenn der aus einer einschlägigen Schreibfabrik einer relativ jungen Partei stammen würde. Vielleicht werden wir es nie erfahren.</span></p>
<p><span style="color: #888888;">Interessant ist im Zusammenhang mit diesem Text übrigens eine Statistik des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht von 2017, laut der sich jeder Fünfte Deutsche in seiner eigenen Wohngegend unsicher fühlte. Da sollte man mal an die Ursachen gehen und ergründen, wie sich die Schreihälse, die diese Angst erzeugen und schüren, zum Schweigen gebracht werden können. Versuchen wir&#8217;s bisweilen mal mit Aufklärung.</span></p>
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		<title>„Wie sehr ist euer Arsch grad offen?“  – Ein garendes Bad in der Suggestivsuppe</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Jun 2018 21:59:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derkroe]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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		<description><![CDATA[Heute ist etwas Großartiges passiert. Sozusagen ein Kommunikations-Quantensprung. Ein fernes Blitzen einer strahlenden, verheißungsvollen, perfekten Welt fassbarer, ja wahrhaftiger Sprache. Diesen Hoffnungsschimmer verdanken wir nicht den Politikern, Autoren und Scheingebildeten. Nein – im Zentrum dieses Märchens steht ein Junge namens Paul. Doch ich greife vor. Um zu verstehen, welchem häßlichen Untier aus den Gossen dieser schönen Sprache sich Paul mit seinem Heldenmut entgegen geworfen hat, begeben wir uns in die Welt des Sports. Oder besser gesagt an dessen Rand. Buchstäblich. An den Spielfeldrand. Hier nämlich auf den heiligen Gründen zwischen...<a class="read-more" href="http://blog.derkroe.de/?p=97">read more</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Heute ist etwas Großartiges passiert. Sozusagen ein Kommunikations-Quantensprung. Ein fernes Blitzen einer strahlenden, verheißungsvollen, perfekten Welt fassbarer, ja wahrhaftiger Sprache. Diesen Hoffnungsschimmer verdanken wir nicht den Politikern, Autoren und Scheingebildeten. Nein – im Zentrum dieses Märchens steht ein Junge namens Paul.</p>
<p>Doch ich greife vor.</p>
<p>Um zu verstehen, welchem häßlichen Untier aus den Gossen dieser schönen Sprache sich Paul mit seinem Heldenmut entgegen geworfen hat, begeben wir uns in die Welt des Sports. Oder besser gesagt an dessen Rand.</p>
<p>Buchstäblich.</p>
<p>An den Spielfeldrand.</p>
<p>Hier nämlich auf den heiligen Gründen zwischen Flimmerbande und Luxusgrün, dort wo beinahe tödlich verwundete Millionäre binnen Sekunden unsichtbar klaffende Fleischwunden zu heilen vermögen, wo sich im sanften Gefälle – einst zur Entwässerung des teuren Grases angelegt – der warme Sommerregen mit Nasenrotz und Spucke Ferrari fahrender 19-Jähriger vermischt wie die Tränen des Fußballgottes selbst in Rinnsalen gen Tartanbahn schlängelt, dort leben sie.</p>
<p>Erschaffen von hemdsärmeligen Typen und in seltsame Farben gehüllte Frauen, am Leben gehalten, wenn auch in den dunklen Gängen von  sich dunkel dem Himmel entgegen dräuenden Betongerippen, wartend, sich auf die Tüchtigen und Schwitzenden zu werfen, deren fingerzählbaren IQ selbst mit kleinem Geschick an der Auslösung des rhetorischen Fluchtreflexes zu hindern und sich am verdatterten Worterbruch des Opfers zu laben.</p>
<p>Manch ein Trikotträger wehrte sich, focht stumm mit dem Ungetüm, starrte von Verwirrung und Trotz gezeichnet in die häßliche Fratze des Monsters, manch einer stieß gar das logobewehrte Schwert aus seinem Gesicht und trat den Rückzug an. Die meisten jedoch fielen. Fielen hart hinein in die Falle, die ihnen gestellt wurde:</p>
<p>Die Suggestivfrage.</p>
<p>Es lässt sich des Eindrucks kaum erwehren, dass dieses Stilmittel – vor Gericht übrigens meist nicht zugelassen – auf der zentralen Waldorfschule für Moderation und Sportredaktion entweder der einzige Unterrichtsinhalt war bevor nur noch die Fächer „Selbstverliebtheit“, „Simultan nachplappern, was man auf das Ohr bekommt“ und „12 Worte in 12 Minuten – wie man ein Showfinale spannend macht“ vorkamen oder aber es gab an dem Tag Gummibärchen vom Dozenten.</p>
<p>So oder so – der Teil ist hängen geblieben. Die Frage, ob sich jemand über einen Sieg freut ist ja auch verkalkt! „WIE SEHR freust du dich über den Sieg?“ – DAS ist doch die Frage. Und ob jemand sauer über den Fehler des Kollegen ist? Viel zu schwach! WIE SAUER ist er? Andernfalls wüsste der kickende Dimpel doch gar nicht, dass er überhaupt sauer ist.</p>
<p>Und weil die Schreihälse von der Seitenlinie im Fernsehen inzwischen die klaffende Lücke schließen müssen, die nach dem Sterben der Moderationsbrutstätte VIVA aufgerissen war, und sich folgerichtig jetzt schlicht überall tummeln wie die Ratten unter Berlin, haben sie das linguistische Krebsgeschwür auf alle Kanäle metastasiert.</p>
<p>WIE SEHR sich der Teilnehmer einer Hüpf- und Spring-Show im Privatfernsehen über den Sturz des Gegners gefreut habe? WIE SEHR die Trennung von X noch an Y nage? WIE VERLIEBT Y jetzt in Z sei? WIE GROSS war der Schmerz beim Sturz? Was soll man da sinnvolles antworten? Na eben das, was die die Patrick Stars der realen Welt (nur in reich und mit Ball am Fuß) halt auch durch den Schweiss- und Speichelsprühnebel nuscheln: „Total“, „Mega“, „Unfassbar“.</p>
<p>Im Alltag sind diese implikativen bzw. geschlossenen Suggestivfragen schlicht nicht praktikabel. Fragt doch mal den Kollegen morgens, WIE GUT es ihm heute geht oder WIE LANGSAM er heute gedenkt, sein Tagwerk zu verrichten. Während es bei einem der wenigen, leidlich zulässigen Frage dieser Art (14-Jährige fragt 14-Jährigen „Wie sehr liebst du mich?“) noch eine vorgeschriebene Antwort („Bis zum Mond und wieder zurück“) gibt, ist das ansonsten eher ein Gesprächskiller. Aber den eitlen Halbaffen mit den Sky-Hemden verzeihen wir es. Und die Moderatorentochter mit der Asi-Stimme darf ihre Scheisse auch bei RTL in den Äther seiern.</p>
<p>Was uns wieder zu Paul bringt, der es in seinem Leben nur zu Großem bringen kann. Im WDR 5 Kinderradio beantwortete Paul nämlich per Telefon ins Studio geschaltet Fragen des Moderators. Zunächst ging es um Musik und was sie bedeutet. Der Moderator lenkte das Thema auf WM-Songs um. Paul folgte souverän.</p>
<p>Da lässt der Moderator die Deckung fallen und befreit das Monster. Das wirft sich gierig, nicht ahnend, dass es sehenden Auges in sein Verderben, ja in die Belanglosigkeit zielt auf den 8-Jährigen. Es ist als würde die Sprache selbst den Atem anhalten, der Gefahr gewahr, in der Helden-Paul  schwebt. Es scheint, als halle das ferne Gackern der Moiren durchs Hintergrundrauschen und das wetzen rostigens Stahls am Lebensfaden von Pauls rhetorischer Souveränität singt hochfrequent darüber. In die Stille malt der Mund des Moderators die Wortfalle:</p>
<p>„WIE SEHR freust du dich denn auf die Weltmeisterschaft?“</p>
<p>Paul: „Ja.“</p>
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		<title>„Scheiss auf die Welt“ sagte der Mann im Anzug und riss die Menschheit mit sich in den Abgrund</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Jun 2017 08:30:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derkroe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
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		<description><![CDATA[Woran kann man dieser Tag noch glauben? Wofür kämpfen? Viele fragen sich das, getrieben von Unmut, Verzweiflung und einem unbestimmten Durst nach den Werten, nach denen sich ein Leben gestalten lässt. Die einen kämpfen gegen Unschuldige, weil sie Gott nicht so geil finden wie die Gotteskrieger selbst, die anderen gegen Gluten, dass nach tausenden Jahren Menschheitsgeschichte spontan entschieden hat, Essern in aller Welt zu schaden. Viele von uns kämpfen schlicht gegen die Angst an. Angst vor der Zukunft, Angst vor Attentaten, vor Krebs, vor Ausländern oder der Verarmung. In den...<a class="read-more" href="http://blog.derkroe.de/?p=93">read more</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Woran kann man dieser Tag noch glauben? Wofür kämpfen? Viele fragen sich das, getrieben von Unmut, Verzweiflung und einem unbestimmten Durst nach den Werten, nach denen sich ein Leben gestalten lässt. Die einen kämpfen gegen Unschuldige, weil sie Gott nicht so geil finden wie die Gotteskrieger selbst, die anderen gegen Gluten, dass nach tausenden Jahren Menschheitsgeschichte spontan entschieden hat, Essern in aller Welt zu schaden.</p>
<p>Viele von uns kämpfen schlicht gegen die Angst an. Angst vor der Zukunft, Angst vor Attentaten, vor Krebs, vor Ausländern oder der Verarmung. In den USA kämpft ein Mann gegen die Ängste seiner Wähler und für seine nach den letzten, ausgesetzten Dekreten angeschlagene Glaubwürdigkeit. Donald Trump und die zumindest nach dem amerikanischen Wahlmodus entschiedene Mehrheit der USA zweifeln an der Stärke des Klimawandels. Das hat Trump im Wahlkampf fast so oft klar gemacht wie seine Absicht, eine Mauer zu Mexiko zu bauen oder Muslime in den USA in ihrer Freiheit einzuschränken. Genug Menschen haben ihn gewählt, genug Menschen waren der gleichen Meinung oder nahmen zumindest in Kauf, dass der neue Präsident sich nach der Wahl diesen Themen widmet. Gestern sind die USA aus dem Pariser Abkommen zum Klimaschutz ausgestiegen. Trump will neu verhandeln. Er zieht damit Konsequenzen aus der Schlappe beim Versuch, Menschen aus muslimischen Ländern in die USA zu lassen und aus der Erkenntnis, dass sich seine geliebte Mauer nicht mal eben nebenbei errichten lässt. Sehen wir uns die Argumentation mal an.</p>
<p><strong>„The world went crazy when the Paris agreement was signed. […] This was because it placed America at a serious economic disadvantage.”</strong></p>
<p>Diese Aussage platzt förmlich vor Narzissmus, sollte Trump tatsächlich glauben, dass ein internationales Abkommen, das globale Erwärmung reduzieren soll, nur wegen wirtschaftlicher Benachteiligung eines Unterzeichners gefeiert würde. Und davon abgesehen ist die Behauptung schlicht falsch. Die Entwicklung des Abkommens hat über 20 Jahre gedauert – nicht weil Verantwortung hin und hergeschoben wurde, wie es sonst bei diesen „Gipfeln“ gern passiert, sondern weil Bedingungen entwickelt wurden, die für alle Teilnehmer fair, gleich und vor allem flexibel waren. Wie die nationalen Klimaziele erreicht werden, bleibt den Staaten weitgehend selbst überlassen, das Besondere am Vertrag war und ist, dass sich die Menschheit ernsthaft gemeinsam gegen ihre eigene Vernichtung gestellt hat. Trumps Behauptung, sein Gefühl und das der ihn wählenden Amerikaner zeigt aber sehr deutlich, was die Menschen in wahrscheinlich weniger als 100 Jahren von der Erde verschwinden lassen wird: Geld. Es ist wichtiger, wirtschaftliche Interessen zu befolgen, als das Erdklima zu schützen. Damit ist Trump nicht allein. Unser FDP-Abkömmling bei der Landtagswahl in NRW gab zum besten, der Klimawandel werde seiner Meinung nach nicht in NRW entschieden, deshalb spiele das Thema für ihn keine Rolle.</p>
<p><strong>“China can do whatever they want. They can build coal plants, and we can’t”</strong></p>
<p>Fakt ist, China hat besondere Rechte aus dem Pariser Abkommen ziehen können. Aber es hat sich an das gleiche Klimaziel zu halten. China darf tatsächlich weiterhin Kohlekraftwerke errichten und industriell weiterhin einige höchst fragwürdige Dinge tun. Das hängt damit zusammen, dass das Land nach großen Schwierigkeiten mit dem Kyoto-Protokoll überhaupt erstmal in ein internationals Klimabündnis rein geholt werden musste. Die Sonderrechte beziehen sich darauf, dass China Schritte der Industrialisierung nachholen darf, die andere Länder schon früher hinter sich gebracht haben. Es fiele mir im Leben nicht ein, China zu verteidigen. Ich war ja da und habe noch nie so viele degenerierte Menschen gesehen, soviel Sorglosigkeit mit der Umwelt, soviel Dreck, Smog, regenbogenschillernde Gewässer. Kurz: China ist ein schrecklicher Ort für Menschen, die mit offenen Augen durch die Welt gehen. Aber auch China hat eine junge Generation. Sie hat eine Generation von Menschen, die etwas ändern wollen. Die den Mundschutz ablegen will, die nicht vom Essen krank werden will. China rüstet massiv in erneuerbaren Energien auf. Ja, auch in Atomkraftwerken, aber hey – auch den Schritt ist Europa damals gegangen. Ich gehe fest davon aus, dass der nächste GAU in China passiert. Wenn Tiange nicht schneller ist. Zur Aussage Trumps bleibt festzuhalten, dass niemand im Abkommen tun kann, „was er will“. Alle kämpfen für das gleiche Ziel – jedenfalls war das die vielleicht naive Idee der Unterzeichner.</p>
<p><strong>“I was elected to represent the citizens of Pittsburgh, not Paris.”</strong></p>
<p>Ich frage mich immer wieder, wer Trump eigentlich seine Reden schreibt. Abgesehen mal von dem recht hübschen, alliterativen Vergleich (Pittsburgh/Paris), ist diese Aussage wirklich hanebüchen unsinnig. Es wirkt, als sähe der Präsident die Dinge so, dass das Pariser Abkommen von den USA und den Bürgern von Paris abgeschlossen worden wäre. Und das kann er ja nicht meinen. Oder? Parole schlägt Argument, das ist bei uns hier ja auch nicht anders. Ich freue mich schon wieder auf viele aussagekräftige Plakate im kommenden Wahlkampf…  Bill Peduto, der Bürgermeister von Pittburgh hat sich derweil übrigens zum Pariser Abkommen bekannt und gesagt, Pittsburgh werde sich an die Klimaziele weiterhin halten.</p>
<p><strong>“Even if the Paris agreement was implemented in full, it is estimated that it would implement two-tenth of a degree of temperature reduction by 2100.”</strong></p>
<p>Kurz zur Erklärung: Das Ziel des Pariser Abkommens ist – einfach gesagt – die mittlere globale Erwärmung bis zum Jahr 2100 unter 2°C im Vergleich zu den Werten vor der industriellen Revolution zu halten. Das heißt, das Weltklima soll sich in einer Zeitspanne von ganz grob etwa 200 Jahren um nicht mehr als 2°C erwärmen. Das war’s schon. Seit der industriellen Revolution, die den ganzen Klimawandel-Spaß überhaupt mal ins Rollen gebracht hat, hat sich das Klima um etwa 1°C erhöht. Das Ziel ist also, dass wir ein bisschen besser sind und bis 2100 unter einem Grad zusätzlicher Erwärmung bleiben. Klingt erstmal schaffbar, oder? Mal abgesehen davon, dass Trump das mit einem Faktor von fünf falsch berechnet zum Besten gibt, wird hier eine dramatische Sache klar: „it is estimated“ gibt die Spur dazu, wie einseitig, wie gefährlich Trump beraten wird. Wissenschaftler aus aller Welt haben die Daten zum Klimawandel bestätigt. Ein Großteil befürchtet, dass er eigentlich nicht mehr aufzuhalten ist. Trumps Quellen sehen die Gefahr nicht – oder zumindest anders. Sie sagen diesem Mann, der über wirklich sehr große Macht verfügt, dass sie etwas anderes SCHÄTZEN als der Rest der Welt. Wenn sich ein amerikanischer Präsident mit Hang zum Aktionismus auf solche Menschen und deren Aussagen verlässt, dann wird das Pariser Abkommen nicht die letzte Leiche sein, die die USA in den kommenden Jahren zurücklassen.</p>
<p><strong>“We don’t want other countries laughing at us.”</strong></p>
<p>Es ist ja trendy, sich über den „orangenen Mann“ mit seiner dummen Frisur lustig zu machen. Hat er wieder was Dummes gemacht, haha, dummer Trump. Und dumme Amerikaner, die den gewählt haben. Der Wunsch der Präsidenten, nicht ausgelacht zu werden, bezieht sich im Kontext natürlich auf seine Theorie, die Welt habe ein Abkommen geschmiedet, um den USA finanziell zu schaden. Die Aussage ist aber sinnbildlich für den verzweifelten Kampf Trumps, ernst genommen zu werden. Je mehr wir alle lachen und #covfefe – Witze reißen, desto mehr wird er in die Ecke gedrängt. Er und seine Anhänger. Wird er dadurch zur Vernunft kommen? Eher nicht. Seine Anhänger? Eher nicht. Die EU hat jetzt die große Aufgabe, Trump wieder ins Boot zu holen, denn das Ziel eines neuen Abkommens muss sein, weiterhin zusammen gegen den Klimawandel zu arbeiten. Aber unsere Staatsoberhäupter müssen ja gerade noch vorlesen wie pikiert sie sind und das sich keiner mehr auf irgendwen verlassen kann. Trump hat die USA mit seinem Schritt stark zurückgeworfen, denn Amerikas wirklich starkes Industriesegment der Technologie (auch von erneuerbaren Energien und eco-business) wird damit hinter die Konkurrenz zurück geschoben. Es bleibt nur zu hoffen, dass der Rest der Welt vor lauter verletzter Gefühle nicht auch dumme Entscheidungen treffen wird.</p>
<p>Die Welt wird nicht untergehen, aber der Mensch wird verschwinden. Brutal und unschön. Aber wir können mitbestimmen, wann das passieren wird. Es kann in 100 Jahren (also der Generation unserer Enkel) vorbei sein. Schaut ihnen dann beizeiten mal in die Augen und überlegt, ob ihr euch eher wünscht, dass sie an Vergiftung oder Verhungern sterben. Wir können das Ganze noch verlangsamen, das geht aber nur, wenn jeder täglich seinen Beitrag leistet. Auch wenn einem sonst mit Politik und Krieg und Gott und was weiß ich alles scheissegal ist &#8211; ist mal ein Thema wo sich ein Kampf im Kleinen wie im Großen tatsächlich lohnen kann.</p>
<p>Ein Hoffnungsschimmer: Die USA können aus dem Pariser Vertrag ähnlich wie die Briten beim Brexit nicht sofort austreten. Das ist genau am 4. November 2020 möglich – einen Tag nach der nächsten Präsidentschaftswahl in den USA.</p>
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		<title>Eure Emotionen kotzen mich an – die Devolution des guten Deutschen</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Apr 2017 22:03:20 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ich höre inzwischen WDR 4 im Radio. Da laufen Lieder aus Zeiten, wo ich noch nicht geboren war. Und Schlager. Oft solche aus derselben Zeit. Was „jüngere“ Sender einem da als Musik verkaufen wollen, ist aber auch wirklich nicht zu ertragen. Und damit meine ich ausnahmsweise mal nicht die holzblöden Ami-Importe, die mit drei Akkorden, Bum-Bum-Blödsinn und Texten daherkommen, als seien sie aus abgehörten Telefonaten Donald Trumps zusammengesetzt worden. Ich rede von der Flutwelle sogenannter Singer/Songwriter, die sich ihre Songs writen lassen und in Interviews gern zugeben, keine besonders tollen...<a class="read-more" href="http://blog.derkroe.de/?p=89">read more</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich höre inzwischen WDR 4 im Radio. Da laufen Lieder aus Zeiten, wo ich noch nicht geboren war. Und Schlager. Oft solche aus derselben Zeit. Was „jüngere“ Sender einem da als Musik verkaufen wollen, ist aber auch wirklich nicht zu ertragen. Und damit meine ich ausnahmsweise mal nicht die holzblöden Ami-Importe, die mit drei Akkorden, Bum-Bum-Blödsinn und Texten daherkommen, als seien sie aus abgehörten Telefonaten Donald Trumps zusammengesetzt worden. Ich rede von der Flutwelle sogenannter Singer/Songwriter, die sich ihre Songs writen lassen und in Interviews gern zugeben, keine besonders tollen Sänger zu sein. Es gehe da um Emotionen, schwafelt der eine, der andere hätte gern öfter Liebeskummer, weil er dann die Emotionen besser in seine Songs einfließen lassen könne.</p>
<p>Pubertierendes Oral-Ejakulat von Typen über 30, die wahrscheinlich beim Wichsen um die vertane Chance auf Kinderglück losheulen. Und die Musik ist ja nur die Spitze des Eisbergs. Beim Fernsehen wird das Ganze nicht nur verbal, sondern auch optisch verwurstet. Deutsche TV-Produzenten haben wohl irgendwann in „TV Production for Dummies“ gelesen, dass der dumme Zuschauer den Wert einer Sendung nur anerkennen kann, wenn er mindestens zweimal geweint, sich geekelt, Hass empfunden hat und ein bisschen geil wurde. Und dann bring das mal bei einer Familienshow. Top Beispiel ist DSDS, das schon früh erkannte, dass Bloßstellung viel besser läuft als gute Sänger. Und wenn man die Recalls nach Dubai verlegt, laufen die Dummfotzen sogar freiwillig im Bikini durchs Bild – 50% der Arbeit der Realisatoren erledigt sich also von selbst. Das muss man vielleicht mal erklären: Bei solchen Produktionen sind immer Realisatoren mit Kamerateams unterwegs. Sie bereiten Heidis Stöcke vor bis die Heidi kommt und sagt, dass die Haare ab müssen. Sie sagen Tschastin, dem Singer/Songwriter, er könnte doch die Mandy mal in den Pool schubsen, obwohl die als nächste dran ist, Onkel Dieter ihre für eine 17-Jährige viel zu großen Hupen vor die schrumpligen Tränensäcke zu halten. Sie sagen Carmen, wann sie Rooobert mal rufen soll, drehen Vorstell-MAZen, die trendige Sportler zu tief traurigen Individuen machen (Katze ist vor 12 Jahren gestorben – R.I.P. Rocky! *KreuzzeichenfalschrumpluswinkenindenHimmel*) und sie machen Stimmung am Set.  Keiner will sehen, wie normale Leute sich normal verhalten. Das deprimiert uns. Die Fernseh-Viecher sollen aufgedreht sein, traurig sein, „für etwas brennen“ oder abgrundtief hassen.</p>
<p>Da hat sich ganz schön was geändert im Land der Beherrschten. Wir Dichter und Denker, wir akribischen Arbeiter, wir. Vor ein paar Jahren noch, als in Paris mal wieder die Banlieus brannten, sagte ein Kumpel zu mir, sowas könnte in Deutschland gar nicht passieren – der Deutsche mache seinem Unmut in der Kneipe Luft oder wählt beim nächsten mal „zur Strafe“ für die CDU die SPD. Oder wenn’s ganz hart wird sogar die Grünen. Was ist heute? Pegida-Aufmärsche, Massenproteste und was im Internet vor sich geht, mag man ja kaum mehr verfolgen. Was ist passiert, dass so viele Deutsche inzwischen emotionssüchtig sind? Warum muss man für den BVB so „brennen“, dass man die Gegenwart eines Schalkers körperlich nicht aushält? Warum trifft die Anwesenheit eines Syrers manch einen so, dass er ihn ermorden oder in den sicheren Tod nach Syrien zurück schicken will? Warum müssen alle bei Let’s Dance heulen, obwohl es so viel zu lachen gibt? Warum sagt die Frau in der Kochshow, dass sie ihr Gericht „für meinen Dad“ gemacht hat, der vor 40 Jahren gestorben ist? Und warum schickt der Juror die Alte mit der Nudelsuppe dann eine Runde weiter?</p>
<p>In der Welt war Deutschland, oder besser gesagt, waren die Deutschen für ihr Wesen schon immer gleichsam belächelt und geschätzt. Die sehr präzisen, exakten und etwas humorlosen Leutchen aus dem Wirtschaftswunderland, die den ganzen Tag Bier trinken und Probleme mit Lösungen bekämpfen. Habe neulich gelernt, dass eine Art chinesischer TÜV Produkte des heimischen Markts nach Deutschland zur Prüfung in ein Labor schickt. Wir sind berühmt dafür, wirklich sehr gut in dem zu sein, was wir tun. Aber trifft das zu? Heute findet man derlei zwar auch noch, aber eine Kernqualifikation ist das schon lang nicht mehr. Wann haben Sie, geschätzter Leser, zuletzt das Gefühl gehabt, dass ein Mensch, dem sie in der Ausübung einer professionellen Tätigkeit beigewohnt haben, einen „richtig guten Job“ gemacht hat? Es gibt diese Momente, nach meinem Gefühl allerdings oft bei Angelegenheiten, denen man im Allgemeinen nachsagt, dass dafür sogenannte Minderqualifizierte eingesetzt werden. Und im Vergleich dazu, wie oft haben Sie schon die letzten Asis in Anzügen kennengelernt, bei denen man sich bei jedem Wort, das den steinigen Pfad aus den vernebelten Windungen eines Gehirns mit der Kapazität eines nassen Weißbrots durch den dümmlich aufgesperrten Mund und über die von Essensresten und Selbstbräuner lieblich umspielten Lippen überwunden hat, in den eigenen Mund übergibt (und sich wünschte, es wäre der des Gegenübers)?</p>
<p>Sei es Max Spastinger oder Tim Arschko, ein Nazi, ein Linker oder Hooligan, sei es der Producer irgendeines RTL-Machwerks oder ein Facebook-Troll. Ein Prediger, ein Bergheimer auf der Autobahn, ne Attention-Whore, ein Hipster oder jeder auf Instagram: Eure Emotionen kotzen mich an. Euer Geheule, Gehate, eure Liebe. Eure spirituellen Erkenntnisse, eure Facebook-Sprüche, euer Patriotismus. Lebt einfach und sprecht mit Freunden über eure Gefühle. Die neue Jeans ist kein #lifechangingmoment. Esst eure Quinoa-Kotze mit Beeren bitte allein und ohne Filter für den #perfectsunday. Liebes Fernsehen, lass bitte mal jemanden gewinnen, weil der oder die einfach nur gut in dem ist, was er oder sie tut. Und lass den mit der toten Katze einfach Zweiter werden. Musiker, singt mal wieder über Spaß oder so. Irgendwas bei dem mein Auto nicht von selbst nach rechts auf den Alleebaum zu lenkt.</p>
<p>Nach diesen Worten ziehe ich mich nunmehr wieder in mich zurück, analysiere die Welt um mich herum und nehme mir ein weiteres mal vor, mal regelmäßiger zu schreiben. Gleich nachdem ich diesen Howard Carpendale Ohrwurm losgeworden bin. Ich versuche mich in den Gemütszustands meines Freundes Malle zu versetzen, der vor Jahren nach der gemeinsamen Entdeckung eines grausigen und Vielbeinigen Untiers durch unsere verwegene Heldengruppe auf die angstvoll vorgebrachte Frage, was das wohl sei, achselzuckend und mit absoluter Endgültigkeit feststellte: „Wird schon irgendwas sein“.</p>
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		<title>Flammender Klischeeeifer, verlorene Ziele und moderne Unfairnis – eine Genderfrage</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Mar 2016 14:37:35 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ich hatte heute morgen aus unerfindlichen Gründen einen Ohrwurm des JBO Klassikers „Lieschen, Lieschen“. Über trötendem, bajuwarischem Musikbett heißt es da u.a.: „Lieschen, Lieschen, Lieschen komm ein bisschen, bisschen, bisschen auf den Rasen – da kannst du blasen“. Ein populäres Lied, eines das fast jeder schon einmal gehört hat. Und gleichzeitig ein Affront gegen Frauen. Oder? Die Geschlechterfrage verkompliziert sich seit einigen Jahren massiv. Wie auch in sehr vielen anderen Bereichen von Politik bis Flüchtlingssolidarität verschwinden die Grauzonen aus unserem Alltag. Radikales schwarz und weiß färbt das Meinungsbild, entweder für...<a class="read-more" href="http://blog.derkroe.de/?p=85">read more</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte heute morgen aus unerfindlichen Gründen einen Ohrwurm des JBO Klassikers „Lieschen, Lieschen“. Über trötendem, bajuwarischem Musikbett heißt es da u.a.: „Lieschen, Lieschen, Lieschen komm ein bisschen, bisschen, bisschen auf den Rasen – da kannst du blasen“. Ein populäres Lied, eines das fast jeder schon einmal gehört hat. Und gleichzeitig ein Affront gegen Frauen.</p>
<p>Oder?</p>
<p>Die Geschlechterfrage verkompliziert sich seit einigen Jahren massiv. Wie auch in sehr vielen anderen Bereichen von Politik bis Flüchtlingssolidarität verschwinden die Grauzonen aus unserem Alltag. Radikales schwarz und weiß färbt das Meinungsbild, entweder für oder wider – doch Verstand und Logik erkenne ich kaum noch in den Argumentationen. In der Genderfrage heißt das: Entweder man ist radikal für Frauen oder radikal dagegen. Man verschleiert die Frauen und schneidet ihnen Rechte und Schamlippen ab oder man gibt ihnen alles was sie wollen um sie bloß bei sich zu halten. Man begrapscht Mädchen im Schwimmbad oder am Kölner Bahnhof oder macht sich stark für die Frauenquote. Nehmen wir uns die beiden Extreme doch mal anlässlich des Weltfrauentages vor.</p>
<p>Ich muss mich schämen für mein Geschlecht, wenn ich die Meldungen lese: Hier ein Mädchen im Schwimmbad angefasst, dort sexuelle Übergriffe im Einkaufszentrum, wieder woanders gar eine Vergewaltigung. Dazu lange Schlangen vor den Konzerthallen, wenn Bushido, Haftbefehl oder Frauenarzt auftreten und Ergüsse wie „Eine Frau ist ein Gegenstand, und das teilt man gerne, Hose auf, Frauenkauf, komm und zeig dein Arsch du geile Sau“ in die Welt erbrechen (Randnotiz: Ich konnte nirgends im Internet einen Songtext des Künstlers finden, der ohne massive Missstände in Rechtschreibung und Grammatik auskam. Der Authentizität halber habe ich Akkusativfehler nicht berichtigt). Muss ich erwähnen, dass sich in diesen Schlangen zwar die jungen Männer in der Überzahl finden, aber ein erschreckend hoher Anteil dessen, was die „Künstler“ als „Nutten“ bezeichnen, vertreten ist? Vielleicht urteile ich da vorschnell, doch wage ich anzuzweifeln, ob den Konzertbesuchern eine gewissenhafte Abstraktion der Texte gelingen kann. Auch die Möglichkeit, dass Menschen die Melodie dieser Lieder, wie ich beim „Lieschen“, fröhlich wippend summen, ist angesichts des Fehlens von Melodie oder musikalischer Qualität eher unwahrscheinlich.</p>
<p>Das Frauenbild in der Kunst und vor allem im Internet ist auf ein historisches Tief herunter gewirtschaftet. Und ja, die Wirtschaft spielt dabei eine immense Rolle. „Sex sells“ – und das auch gern schon mit Sexshop-Werbung um 17 Uhr auf den Privatsendern oder Seitensprung-Pop-Ups oder Penisverlängerungen auf Spiegel Online. Alles ist nur noch Sex Sex Sex, wohin man auch blickt. Ich bin jetzt nicht unbedingt ein Gegner dieser Leibesübung, aber es ist einfach zu viel, zu sexistisch, zu platt. Überall „billige Schlampen“, „geile Hausfrauen“ und „saftige Arschfotzen“ (was auch immer das sein soll). Die Reduktion des menschlichen Wesens auf drei Löcher, zwei Kugeln, nen Stock und zwei Milchtüten, die Ignoranz jeglicher Komplexität unserer Rasse ist bestürzend. Frauen werden zu Objekten gemacht. Zu Gebrauchsgegenständen. Ob zum Kochen und Putzen, Kinder hüten, als Rammbock für hirnloses Geficke oder um sie zu verprügeln, wie es die Arbeitslose mit dem schlechten Schreibstil in den „Grey“-Büchern empfiehlt. Frauen, die tatsächlich mehr sein wollen als gerade genanntes werden schlechter bezahlt als männliche Pendants, diskriminiert und nicht ernst genommen. Die Zahlen und Entwicklungen dahingehend sind alarmierend.</p>
<p>Die andere Seite:</p>
<p>Was ist denn aus dem Idealismus des Feminismus geworden? Da war doch mal was mit Gleichberechtigung, oder? Von den ursprünglichen Ideen der Frauenbewegung ist in der modernen Welt nahezu nichts mehr übrig – und das lange bevor deren Ziele ansatzweise erreicht werden konnten. De facto ist eine feministeninterne Widerspruchsbewegung entstanden, die in ihrer Absurdität ihresgleichen sucht. Das beste Beispiel für die malade Entwicklung ist die gezwungene Frauenquote in Unternehmen. Dabei, wie auch in einigen anderen Bereichen wie Sorgerechtsfragen oder gesellschaftlichen Normen, wurden viele vermeintliche Rechte für Frauen manifestiert, die der tatsächlichen Gleichstellung der Geschlechter krass entgegen stehen. Nicht eine Quote sollte regeln, wer einen Job bekommt, sondern die Qualifikation. Selbst für Menschen mit Behinderungen gilt in Ausschreibungen „Menschen mit Behinderungen werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt behandelt“. Ja, genau – Menschen mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung müssen noch die gleiche Qualifikation wie ihre Mitbewerber aufweisen können – Frauen aber dürfen auch weniger qualifiziert als männliche Mitbewerber sein und werden diesen dennoch vorgezogen. Ergo auch höher qualifizierten Menschen mit Behinderungen. Und das per Gesetz. Was hat das mit Gleichstellung zu tun, frage ich mich. Ist das Ziel des Feminismus inzwischen eine Übervorteilung?</p>
<p>Anderes Beispiel: Mütter haben im Trennungsfall automatisch den größeren Sorgerechtsanspruch, mehr noch: generell wird die Mutter im deutschen Recht als deutlich „wichtiger“ für das Kindswohl eingestuft als Väter. Wie das in Einklang mit modernem Menschsein zu bringen ist, ist mir schleierhaft. Wir reden hier von Artefakten, als Vati noch unter Tage arbeitete und Mutti zuhause die einzige Ansprechpartnerin war. In modernen Jobs inklusive Teilzeit, Gleitzeit, Home Office und Jobsharing gibt es dieses Klischee kaum mehr. Doch statt Bewertungen mit Verstand (sowas darf man ja nicht von den Leuten erwarten) oder wenigstens Einzelfallentscheidungen gelten hier über den Kamm geschorene Regelungen: Väter sind scheisse. So wie „Ausländer sind Verbrecher“ oder „Juden müssen weg“. Seit 1985 werden die Familienministerposten übrigens ausschließlich von Frauen besetzt. Karrierefrauen, die wahrscheinlich viel arbeiten und kaum ein zugeschobenes Sorgerecht erfüllen könnten, so sie in die Position kämen.</p>
<p>Ich bin betroffen davon, wie sich Ideale wandeln und Ideen, die der Menschheit tatsächlich einen Fortschritt attestieren hätten können, dermaßen demontiert werden.</p>
<p>Es ist also auf der einen Seite so, dass die hässlichste Fratze des Männergeschlechts Frauen unterdrückt, sexualisiert, objektiviert und misshandelt. Auf der anderen Seite unterdrücken sich Frauen gegenseitig und vor den Männern, indem sie staatliche Zwänge erpressen, die sie über die Konkurrenz stellt oder brutalpolemisch gesellschaftliche Vorteile in Anspruch stellen, deren Legitimation aus Filmen der 60er Jahre stammt. Die Feministinnen, die vor Jahren noch Anzugträger in Angst und Schrecken versetzen konnten, propagieren inzwischen, bestimmte Flugzeugabstürze in den französischen Alpen wären nicht passiert, hätte nur eine Frau am Steuerknüppel gesessen. Das ist übrigens kein Scherz.</p>
<p>Wir sind doch keine Affen, wo Sex Kommunikationsform ist und Männlein wie Weiblein zwingend auf den anderen angewiesen sind. Bei uns zählt jeder Mensch gleich viel und doch stehen wir vor gigantischen Ungerechtigkeiten in fast jeder Lebenslage. Wen interessiert, wer welche Arbeit gemacht hat, solange sie jemand gemacht hat? Fühlen sich Perverse wohl in ihrer Haut? Wer hat denen das beigebracht? Werden wir jemals eine Gleichstellung von Ehepartnern erreichen? Werden Väter, die getrennt von einer Mutter leben, jemals als Menschen wahrgenommen werden? Es gibt so viele Fragen, die es zu beantworten gilt, so viele Baustellen, die zu bearbeiten wären. Warum wird die Frauenquote so bejubelt, obwohl sie „normalen“ Menschen gar nicht hilft sondern nur der wirtschaftlichen Oberschicht? Stichwort „Mehr Frauen in Aufsichtsräten“ – tolle Sache, bringt aber der tatsächlich mies bezahlten Aldi-Kassiererin auch keinen Cent mehr in die Tasche.</p>
<p>Die Ziele des Feminismus, vor allem aber des Humanismus sollten sein, eine tatsächliche Gleichberechtigung aller Menschen zu erreichen. Es sollte erreicht werden, dass jeder Mensch, der eine bestimmte Arbeit ausübt, eine leistungs- und qualifikationsentsprechende Bezahlung erhält. Dass eine flächendeckende Aufklärung stattfindet, die die Geister des gestrigen Chauvinismus vertreibt und Männer wie Frauen zu gleichwertigen, sexuellen Wesen erhebt. Dass jeder Angriff auf die Selbstbestimmtheit massiv bestraft wird und nicht unter den Teppich gekehrt oder mit besseren Ordnungs“strafen“ bestenfalls lernt, dass er sich die sexuellen Eskapaden höchstens zweimal im Jahr erlauben kann.</p>
<p>Dass Feminismus, dass Emanzipation im Jahr 2016 überhaupt noch notwendig ist, ist ein Armutszeugnis für die gesamte Menschheit. Wir sehen uns gern als intelligent, aufgeklärt und fortschrittlich an, doch im Alltag outen wir uns als verlogen, wenn wir diese Ideale der Gewohnheit halber aus dem Fenster werfen. Jeder Mensch, gleich welchen Bildgungsgrads muss verstehen, was Respekt anderen Menschen gegenüber bedeutet. Die Verrohung ist Alltag und fast unaufhaltsam.</p>
<p>Zu empfehlen ist übrigens die UN-Initiative heforshe.org. Ohne Aufwand kann sich jeder zu mehr Vernunft, mehr Fairness und zu besserem Menschsein bekennen. Eine gute Sache, die die Unterstützung wert ist.</p>
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		<title>Von Körperöffnungen, solchen, die als solche bezeichnet gehören und der Angst vor dem nackten Finger</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Jan 2016 11:20:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derkroe]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der Silvesternacht gab es eine Serie von sexuellen Übergriffen auf Frauen. In Stuttgart, vor allem aber am Kölner Hauptbahnhof haben Männer Passantinnen sexuell belästigt und bestohlen. Soweit die presseaffine Meldung. Was wirklich und nach übereinstimmenden Zeugenaussagen passiert ist, liest sich noch etwas anders: In Köln hat sich eine Meute von über 1000 Schwanzträgern zusammengerottet, hat gesoffen, randaliert und sich und andere mit Feuerwerk beschossen. Irgendwann kippte die Stimmung im Überschwang und der Mob baggerte passierende Frauen an. Nach heutigen Maßstäben zunächst normal, dann immer aggressiver. Die ersten Berührungen folgen,...<a class="read-more" href="http://blog.derkroe.de/?p=78">read more</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In der Silvesternacht gab es eine Serie von sexuellen Übergriffen auf Frauen. In Stuttgart, vor allem aber am Kölner Hauptbahnhof haben Männer Passantinnen sexuell belästigt und bestohlen. Soweit die presseaffine Meldung. Was wirklich und nach übereinstimmenden Zeugenaussagen passiert ist, liest sich noch etwas anders: In Köln hat sich eine Meute von über 1000 Schwanzträgern zusammengerottet, hat gesoffen, randaliert und sich und andere mit Feuerwerk beschossen. Irgendwann kippte die Stimmung im Überschwang und der Mob baggerte passierende Frauen an. Nach heutigen Maßstäben zunächst normal, dann immer aggressiver. Die ersten Berührungen folgen, immer mehr schaukelt sich sie lüsterne Masse in orgiastische Sphären auf. Frauen werden gezwungen, durch ein Spalier zu gehen – gebildet von mehr als hundert Männern, die sie antatschen, ihnen Kleidungsstücke vom Leib reissen, ihnen Wertsachen stehlen und ihnen Finger in alle Körperöffnungen stopfen. Die Versuche, sich dagegen zu wehren, heizen die Schwanzhirne noch an. Die Polizei nimmt im Anschluss mehr als 60 Anzeigen auf. In der Situation selbst war sie überfordert. Konnte nicht ausreichend Präsenz zeigen. Konnte die Opfer nicht beschützen.</p>
<p>Die Presse zeigt sich bestürzt – und schützt die Täter. Im Vorbildland der Pressefreiheit werden Artikel gelöscht, die Informationen über die Herkunft, das Aussehen, selbst das Alter der Männer enthielten. Es wird in weiteren Berichten bestritten, dass sich die Gruppe organisiert verhalten haben könnte. Man zeigt ja nicht mit dem nackten Finger auf angezogene Leute.</p>
<p>Bullshit.</p>
<p>Die Polizei und die Opfer haben längst bekannt gegeben, dass es sich nahezu ausschließlich um nordafrikanische und arabische Männer gehandelt hat. Es ist bekannt geworden, dass es Bandenbildung im Vorfeld der Eskalation gab. Auch das sehr gleiche Alter der Täter wurde von Opfern angegeben. Schlimm ist, dass sich kaum ein Medium noch traut, die Fakten umfänglich zu nennen. Redakteur zu sein war selten schwieriger als jetzt. Jedes deiner Worte könnte dich in die Pegida/Neonazi-Ecke drängen. Die Masse liest eh nur die Wörter, die es erwartet oder erwarten möchte. Lieferst du nicht, wird das Medium gewechselt und du bist zumindest als die doofe Lügenpresse oder einfach langweilig aus dem Schneider. Ich will gar nicht wissen, wie groß der Click-Boost auf den Seiten des Kopp-Verlags seit Beginn der Flüchtlingskrise ist. Aber selbst EMMA und die ganzen anderen männerdiskriminierenden Sprachrohre schweigen. Da stimmt etwas nicht und fordert zukünftige Täter ja förmlich heraus. Was keine Konsequenz hat, das ist auch nicht richtig verboten.</p>
<p>Sehen wir uns die Täter mal an: halbstark, fremd hier, durch Fremdheit quasi automatisch zusammengeschweißt und – seien wir ehrlich – offenbar mangelhaft erzogen. In weiten Teilen Afrikas und den größten Teilen der arabischen Welt ist es eh nicht so verbreitet, eine Frau zu respektieren. Die eigenen Frauen werden viel zu oft noch unter Tuch versteckt und ihrer Rechte entledigt – das ist schon schlimm genug. Der Westen hat für Respektlosigkeit Frauen gegenüber andere Methoden. Hier bei uns entledigen sich Frauen selbst ihrer Respektierbarkeit. Zwischen 16-jährigen Mädchen im Sommer und den Mitarbeiterinnen auf einem Straßenstrich oder auf YouPorn ist für den Außenstehenden kaum mehr ein Unterschied festzustellen. Und solange die deutschen Gangsta-Rapper noch ausreichend Frauen finden, die zu „Arschfickersong“ und Co. Abgehen und im Video nackt tanzen, braucht man sich ja kaum wundern, dass Menschen, deren Respekt für Frauen ohnehin nicht mit der Muttermilch eingetrichtert wurde, Frauen hier bei uns als noch freieres Wild ansehen. Damit sind NICHT die Frauen am Kölner Hauptbahnhof gemeint – die Verderbnis ist weit vor dieser Silvesternacht passiert.</p>
<p>Dass sich eine solche Masse von Menschen derart regelfrei an einem öffentlichen Platz versammeln und derart heftig eskalieren darf, wäre natürlich Sache der Polizei. Aber entgegen meiner sonstigen Meinung über Polizisten muss ich dann hier mal Partei ergreifen. In meiner Kindheit hat ein einzelner Dorfsheriff noch ausgereicht, die kompletten Asi-Jugendlichen in Schach zu halten. Ein Mann jenseits der 50 flößte uns ausreichend Respekt ein, dem Herrn Wachmeister einen schönen Abend zu wünschen und was auch immer der Plan war, nicht in die Tat umzusetzen. Heute, so scheint es, müssen Polizisten im Verhältnis 2:1 und mit Rüstung auftreten, um den Ansatz einer Überlegenheit zu haben. Und das sind wir alle Schuld. Egal, was passiert, egal, wo sich Hooligans prügeln, wo Besoffene ausrasten, wo G7-, G8-, Gfickdichdoch-Gipfel von Steinewerfern attackiert werden – kaum etwas gelüstet Masse und Presse mehr, als auf der Polizei rumzuhacken. In vielen Fällen (s. Stuttgart21) völlig zurecht. Die höher gestellte Funktion der Polizei als Schutzorgan der öffentlichen Ordnung wird aber ähnlich systematisch zugrunde gerichtet wie die Promotion eines Herrn von und zu Guttenberg.</p>
<p>Hinzu kommt, dass der Hauptbahnhof in Köln zunächst einmal ein Nebenschauplatz war. Die öffentliche Dekadenz – oder vielleicht besser Degeneration – sorgt Jahr für Jahr für völliges Chaos in allen Städten Deutschlands. Illegale Böller sprengen jedes Jahr Gliedmaßen ab – meistens nicht von denen, die sie eingekauft haben. Es gibt immer Prügeleien, Besoffene, Vergewaltigungen.</p>
<p>Immer.</p>
<p>Mit einer vom Innenministerium beschnittenen Truppe eine ganze Stadt vor Unheil zu bewahren ist nicht möglich, das sollte einzusehen sein. Die verfügbaren Kräfte schnell genug zu bündeln, um an einem besonders heißen Brandherd zu löschen, ist sicher schwierig, wäre aber möglich gewesen. Da hätte die Kölner Polizei vielleicht – und das „vielleicht“ sei fett unterstrichen – besser reagieren können.</p>
<p>Nur was dann? Es gab ja Festnahmen in der Silvesternacht. Nur sind fast alle wieder frei und lachen sich ins Fäustchen. Straftäter haben in unserem Land wenige Konsequenzen zu befürchten. Und eben jene Art Menschen, wie sie sich der Verbrechen der Silvesternacht schuldig gemacht hat, hat am allerwenigsten zu befürchten. Ich meine damit aus Sicht der Justiz nicht den Hintergrund der fremden Herkunft, sondern das Alter. Die meisten Täter waren zwischen 18 und 26 Jahre alt. Was passiert ihnen denn, wenn sie tatsächlich vor Gericht kommen – sagen wir mal wegen der Anklage wegen Vergewaltigung? Selbst bei erdrückender Beweislage wird ein Anwalt (der den Angeklagten i.d.R. nichts kostet) wahrscheinlich noch auf „sexuelle Belästigung“ drücken können. Ein übermotivierter Gerichtspsychologe sorgt bei dieser Altersgruppe in 9 von 10 Fällen (kein Scheiss) dafür, dass nach Jugendstrafrecht verurteilt wird. Das sind dann noch ein paar Monate Jugendknast oder Sozialdienst. Und der Knast ist das beste, was passieren kann. Gemütliche Zellen, eigene Fernseher, reichlich Auslauf, Sportmöglichkeiten (bei mir in der Stadt ist der Fußballplatz der JVA der beste der ganzen Umgebung) und das Angebot, eine Ausbildung zu machen. Also schieben wir den Straftätern all das in den Arsch, was sie „draußen“ gar nicht hätten.</p>
<p>Wonach Kopp-Verlag, Bild und die anderen Spacken ja immer schreien ist die Ausweisung. „Abschiebung“, besser gesagt. Nur was soll das? Ein 20-Jähriger Algerier, der in Köln wohnt und da am Bahnhof Frauen angrapscht, ist mit Sicherheit kein First-Gen-Immi. Wahrscheinlich hat er seit seiner Geburt einen deutschen Pass. Und selbst wenn nicht, wenn er tatsächlich noch einer der bösen Ausländer ist, wer hat denn was davon, wenn er wieder nach Algerien zurück geht? Wahrscheinlich eine der radikalen Gruppen da unten und später ein Sprengstoffgürtel, der in der Berliner Innenstadt ungern allein gewesen wäre. Das Strafsystem muss wieder ein Abschreckungspotetial bekommen. Al Capone, einer der einflussreichsten Verbrecher aller Zeit, hat sich mit massiver Bestechung einen Sessel und ein Radio in seine Zelle hinein besorgt. Heute gibt es sogar Gefängnisse in Deutschland, wo in den Gemeinschaftsräumen die Champions League im Pay-TV gezeigt wird.</p>
<p>Wir sollten uns weniger darüber aufregen, dass Flüchtlinge freien Eintritt ins Fußballstadion oder ins Hamburger Miniaturwunderland erhalten (was nichtsdestotrotz absoluter Bullshit ist), sondern darüber, dass unsere Sicherheitsorgane der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Die Polizei muss einen Mob von 100 Leuten auch mit personalstärke 30 in Schach halten können und Straftäter müssen eine Konsequenz ihres Tuns lernen. Wer seiner Mutter früher fünf Mark aus dem Portmonnaie klaute, bekam ordentlich eine gepfeffert und machte das danach nie wieder. Nach heutigem Strafstandard würde man aufs Zimmer geschickt, bekäme eine PS4 mit 12 Spielen geschenkt, dürfte damit aber nur sechs Stunden am Tag spielen und nicht dann, wenn Mutti das Essen bringt. Aus derlei Konsequenzen lernt niemand Respekt. Weder den vor dem Gesetz, noch vor der Unantastbarkeit anderer. Wir, die Medien müssen der Polizei den Rücken stärken. Wir, das Volk müssen diejenigen ächten, die sich gegen unsere Regeln verhalten – gleich welcher Staatsangehörigkeit, welchen Geschlechts, welchen Alters und welcher Vorgeschichte. Jeder von uns hält sein Schicksal selbst in der Hand und wer ein Wichser ist, muss wie ein Wichser behandelt werden. Und zwar hier bei uns. Wer einmal hier aufgenommen wurde, hat sich den Regeln in diesem Staat zu beugen. Wer hier aufwächst und deutscher ist als die anderen hat das genauso zu tun. Wir, die Eltern, müssen unsere Kinder Respekt lehren. Respekt vor anderen Menschen, anderen Geschlechtern, anderen Kulturen. Respekt vor denen, die uns beschützen sollen und Respekt vor sich selbst.</p>
<p>Mein Respekt gilt all den Frauen, die in der Silvesternacht zu Opfern gemacht wurden. Mein Respekt gilt jedem, der diese Taten verurteilt und die Eier hat, darüber zu sprechen. Mein Respekt wird jedem gelten, der in solch einer Situation seine Stimme erhebt und handelt.</p>
<p>Von unseren Leitmedien bin ich einmal mehr zutiefst enttäuscht.</p>
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		<title>Von Marktschreiern, Angsthasen und falschen Propheten</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Aug 2015 20:51:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derkroe]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Unser Land wird überrannt. Wirklich wahr. Heerschaaren armutbringender Heuschrecken fallen zu Millionen in unsere Wohnsiedlungen ein – plündern, brandschatzen und hinterlassen nichts als Wehklagen und verkohlte Erde. Unsere Kinder kriegen keine Jobs mehr und unsere Arbeitslosen müssen hungern. Oder war es anders herum? Oh, und in spätestens drei Jahren müssen wir uns alle fünfmal am Tag mit dem Kompass in den Dreck werfen – das ist Fakt! Zumindest suggeriert das eine explorative Recherche im sozialen Netzwerk Facebook. Die dort wie auch anderswo anwesende Expertenrunde klärt Bedürftige schnell und umfassend über...<a class="read-more" href="http://blog.derkroe.de/?p=74">read more</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Unser Land wird überrannt.</p>
<p>Wirklich wahr.</p>
<p>Heerschaaren armutbringender Heuschrecken fallen zu Millionen in unsere Wohnsiedlungen ein – plündern, brandschatzen und hinterlassen nichts als Wehklagen und verkohlte Erde. Unsere Kinder kriegen keine Jobs mehr und unsere Arbeitslosen müssen hungern. Oder war es anders herum? Oh, und in spätestens drei Jahren müssen wir uns alle fünfmal am Tag mit dem Kompass in den Dreck werfen – das ist Fakt!</p>
<p>Zumindest suggeriert das eine explorative Recherche im sozialen Netzwerk Facebook. Die dort wie auch anderswo anwesende Expertenrunde klärt Bedürftige schnell und umfassend über das Top-Thema dieser Wochen auf: Es geht natürlich um Flüchtlinge. Oder auch Schmarotzer, wie sie gern bezeichnet werden. Was als Maler, Hausfrauen oder Schüler getarnte Wirtschafts- und Islamwissenschaftler im Internet zurzeit an Wissen preisgeben, kann wirklich schockieren. Zu Hunderttausenden strömen die angeblich Kriegsflüchtigen aus Syrien und dessen Anrainern nach Deutschland. Sie besetzen Schulen und andere, von Steuergeldern finanzierte, öffentliche Gebäude und vertreiben was auch immer dort ansonsten residierte. In mehreren Fällen sind dies vor allem Kinder, die warum auch immer in diesen, unseren Investitionen herumlungerten. Die Schmarotzer aus der Wüste Arabiens lassen sich auf Kosten der Kommunen durchfüttern, hängen an öffentlichen Plätzen ab, weigern sich, unsere Sprache zu lernen, nehmen Sozialleistungen in Anspruch, die ausschließlich für aufrechte Deutsche gedacht sind, und nehmen aufrechten Deutschen gleichzeitig die Arbeitsplätze weg. Himmel, ganze Wohnsiedlungen sind im Wert herabgestuft worden, weil die Kita „Morgenröte“ (oder so ähnlich) in der Nachbarschaft von den Mullahs besetzt wurde. Die armen Kindelein der Kita müssen jetzt ein tristes und mit Sicherheit unterernährtes Dasein in Containern auf einem Parkplatz fristen.</p>
<p>Wer glaubt, dieser Scheisshaufen von Polemik, den nur der Darmtrakt eines NPD-Politikers hätte ausscheiden können, der sich zeitlebens von den Eiern von FDP-Jünglingen ernährte, sei übertrieben, der irrt &#8211; aber gewaltig.</p>
<p>Tatsächlich ist das Netz voll von Hetze. Gut, das war es schon immer, doch eher selten derart einig. Die „Asi-lanten“, „Kanaken“ und „Mullahs“, die als Flüchtlinge nach Deutschland kommen, scheinen einen Hass zu provozieren, gegen den die Begegnung eines Homosexuellen mit Militärs auf dem roten Platz in Moskau wie Gruppenkuscheln bei den Teletubbies aussieht. Doch warum? Des Deutschen Gemüt ist doch sonst mehr der stillen Echauffage zugeneigt. Ertrugen wir nicht still verbittert die Einführung der Studiengebühren? Auch der (#)Aufschrei zur Vorratsdatenspeicherung (immerhin der massivste Eingriff in die Privatsphäre der Deutschen seit der Stasi – und noch viel weitreichender) umsäuselte die tauben Ohren der Bundesregierung eher sanft. Und nicht zu vergessen: Dass unsere Bundeswehr, das Bollwerk aller junger Männer, die Lernen müssen, akkurat zu falten, akkurat Sandsäcke zu legen und akkakutat ssu saufff’n mit kaputten Helikoptern fliegen, schrottigen Panzern fahren und schiefen Gewehren schießen sollen, während ihnen missgebildete Drohnenmutanten auf die Schädel fallen, wurde auch eher mit leisem Spott als angemessener Unruhe geahndet.</p>
<p>Warum nun also diese dem deutsch-eingeschlafenen Wesen nicht angemessene Reaktion? Die Antwort besteht aus drei Komponenten: irrationale Angst, rationale Angst und Marktschreier. Natürlich möchte ich nicht die ehrbare Gilde der Marktverkäufer verschubladen. Der Marktschreier ist bitte als Metapher zu verstehen. Doch der Reihe nach: Am Anfang jeder Panik steht irrationale Angst. Das hat wahrscheinlich jeder schon mal erlebt – verlässt man beispielsweise eine Veranstaltungsstätte und die kleinen Ausgangstore scheinen winzig und nicht passend für die Menschenmassen, die gerade versuchen, sich hindurch zu quetschen. Was wenn jetzt jemand durchdreht? Ein leichter Schauer meldet sich, obgleich alle Menschen fröhlich und entspannt sind. Ähnlich ist die Situation in unserer Wohnsiedlung. Die Kommune kündigt an, dass ein paar Leute zu Besuch kommen. Fremde Leute, die keiner hier kennt. Keiner kann was über sie sagen, die sind einfach plötzlich da und hängen da rum. Müsste man uns nicht fragen? Wir haben doch das Haus mit unseren Steuergeldern bezahlt! Und: Was wollen die Fremden? Was wird von uns erwartet?</p>
<p>Aus dem schleichenden, unguten Gefühl wird Angst. Doch diese ist irrational. Es ist nicht schwer, diesem Gefühl entgegen zu wirken. Entweder man tut es selbst oder die umsichtige Autorität klärt auf. Leider passiert das so gut wie gar nicht. Weder stellen sich die besorgten Bürger den Neuankömmlingen, noch existiert in Deutschland eine umsichtige Autorität. Alle Aufklärung wird von diesen nervigen Gutmensch-Organisationen, die einen in der Fußgängerzone anquatschen und den verkaufsoffenen Sonntag versauen wollen, geleistet. Is‘ ja nett, dass die so gut sind, die haben aber auch nicht meine Nebenkostenabrechnung gesehen. Ich mein‘ – Hallo?</p>
<p>WAS es aber gibt, und das zuhauf, sind eben jene (metaphorisch zu verstehenden) Marktschreier. Sie bewerben die Angst, denn Angst ist Macht. Eine Macht, die stärker ist als jede andere Empfindung, zu der der Mensch fähig ist. Ein Urinstinkt, der uns vor Schaden warnt und damit sozusagen der wichtigste Instinkt, den wir haben. Gelingt es jemandem, die Angst eines anderen zu instrumentalisieren, dann ist der andere gebrochen. Da braucht man keine Folter zu und auch kein Strafgesetzbuch. Die Angst ist ohnehin da. Man braucht lediglich die kleine Angst zu hegen und zu pflegen bis sie groß und stark ist. Angst kann dann zu Hass auf das, was Angst macht, werden. Auf die Wespen, auf Jugendliche an der Ecke, auf Nazis, Nordkoreaner und Muslime.</p>
<p>Leider sind die, die unsere Angst instrumentalisieren wollen, oft geschickter als die gewählten Autoritäten. Die schlechten Leute finden die besseren Worte. Und nicht selten die besseren Fakten.</p>
<p>Wenden wir das einmal an: Ein muslimisch erzogener Junge in Syrien lernt von frühester Kindheit an, seinen Gott zu fürchten. Lebt er nicht nach dessen Regeln, droht ihm schlimme Strafe. Daran lässt niemand in seinem Umfeld einen Zweifel. Doch die Welt dreht sich weiter und andere Einflüsse dringen ins Land. Die Menschen machen sich Sorgen, ob diese fremden Einflüsse ihre den Regeln des Gottes angepasste Welt verändern könnte. Ob diese Einflüsse womöglich dafür sorgen könnten, dass auch sie selbst bei Gott in Ungnade fallen könnten? Die Marktschreier treten auf und bestätigen die Befürchtung. Alle müssten ihre Welt verteidigen und die fremden Einflüsse vernichten. Ist die Angst erst Hass geworden, kann die Herde nicht mehr unterscheiden, was schlechter Einfluss ist und was nicht.</p>
<p>Oder: Ein deutsches Ehepaar zahlt brav die Raten des gemeinsamen Reihenhauses ab. In den Nachrichten sehen sie täglich Bilder eines schlimmen Bürgerkrieges, gar nicht so weit entfernt. Eine der kriegerischen Gruppen begeht regelmäßig Anschläge in aller Welt, die vor allem gegen Unbeteiligte gerichtet sind. Dann die Nachricht, dass Menschen aus dem Bürgerkriegsland in der Nachbarschaft eine Turnhalle beziehen sollen. Am selben Tag noch droht die terroristische Gruppe im Fernsehen, Selbstmordattentäter als Flüchtlinge getarnt in alle Welt zu schicken. Es ist nur logisch, angesichts dieser Situation Angst zu empfinden. Ein Marktschreier taucht auf und ergänzt die Fakten: Es kommen fast nur junge Männer als Flüchtlinge hier an, je nach Länge des Krieges kann aus der Duldung ein dauerhafter Aufenthalt im Land angesagt sein, die Straßen sind kaputt und unsere Arbeitslosen hungern, doch diese Fremden bekommen Geld. In vielerlei Hinsicht sind diese Aussagen unstrittig, doch einseitig. Sieht der Deutsche seinen Lebensanker bedroht, wird aus Angst Panik, Wut und Hass. Unsere Lebensanker sind in der ökonomisierten Welt längst finanzielle Werte geworden. Für andere Menschen mag das Gott sein, wir aber brauchen Haus, Kind, Auto und Mallorca. Der Angriff geht also direkt an die Basis. Und die Aufwiegler wissen das. Das verängstigte Ehepaar drückt also seine Angst aus, untermauert von den gelernten und nicht bestreitbaren Fakten. Doch statt einer angemessenen Reaktion und Diskussion seitens der kommunalen Autoritäten, wird Distanz aufgebaut. Das Ehepaar wird in die Ecke gedrängt, als rechts beschimpft und ist geächtet unter Geächteten.</p>
<p>Was man in dem Zusammenhang nicht verachten darf: Deutschland ist längst kein Land der Bildungselite mehr. Ein 17-Jähriger kann im Internet mit Google im Rücken die meisten 50-Jährigen locker an die Wand diskutieren. Die breite Basis der Menschen, die sich aufwiegeln lassen, haben nie studiert, lesen die BILD-Zeitung und lassen sich abends von RTL berieseln. Wie sollen diese Menschen gegen das immer gleich klingende, politische Geseiher ankommen, wenn nicht mit ihrerseits auswendig gelernten, faktuösen Parolen?</p>
<p>Klar kann man den Vorwurf der rechten Gesinnung bei vielen so stehen lassen, vor allem ist die Massenhysterie aber ein Fehler der Politik. Nicht der Großen, die ist damit beschäftigt, sich von einer Horde Bankern in den Arsch ficken zu lassen. Die Kommunen sind gefragt. Sie geben das Geld aus, sie müssen die Flüchtlinge unterbringen, versorgen und ihnen eine Perspektive nach der Turnhalle bieten. Also sind sie auch in der Pflicht, den Menschen, denen dieses absolut wichtige und notwendige Konzept vor die Nase gesetzt wird, zu erklären, was in der Nachbarschaft vor sich geht. Sowohl die Menschen in Deutschland als auch die Flüchtlinge, die mit nichts als ihrem Leben vor dem Tod hierher geflohen sind, verdienen eine Zusammenführung. Wohin Ghettobildung und Separatimus führen, sollte nun wirklich jedem in Erinnerung sein.</p>
<p>Daneben muss aber auch ein anderer Vorwurf durchaus gemacht werden: Ein tatsächlich sehr wesentlicher Anteil der Flüchtlinge in Deutschland ist jung und männlich. Der meist angeführte Grund: Junge Männer haben, sind sie einmal in den Klauen des IS, der Boko Haram oder einer der anderen Mordcliquen die Wahl: Sterben oder kämpfen. Der Beweggrund zu fliehen ist absolut nachvollziehbar. Nicht nachvollziehbar ist das massenweise Zurücklassen von Frauen und Kindern, die es im besten Fall nach Libyen in die großen Flüchtlingslager schaffen. Wenn nicht, ist ihr Schicksal mindestens ebenbürtig grausam. Die Kinder sind prima Kindersoldaten, die Frauen sind spitze, um sich abzureagieren wenn‘s grad keinen zum erschießen oder köpfen gibt. Ein Fall, der subkutan bei einigen Leaking-Plattformen verbreitet wird, ist eine Massenvergewaltigung einer 14-Jährigen. Ihr wurden zuerst die Beine abgehackt, damit sie nicht mehr treten konnte, dann wurde sie von 120 Männern vergewaltigt, ehe sie ihren Verletzungen erlag (wahrscheinlich starb sie schon auf halber Strecke). Alles im Namen eines „Gottes“. Ihr Vater und ihr Bruder waren zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg nach Italien. Der Wahrheitsgehalt dieser Geschichte ist freilich nicht messbar, dennoch gibt es unzählige belegte Fälle von Massenvergewaltigung und dem Verkauf junger Mädchen als Sexsklavinnen.</p>
<p>Alle friedlichen Menschen müssen vor den Kranken und Perversen, denen die Welt in Syrien und Afrika gerade völlig freie Hand lässt, beschützt werden. Jeder Mensch, der vor einem derartigen Regime davon läuft, sollte von uns begrüßt und freundlich behandelt werden. Alle wollen immer geschundene Tiere von der Straße oder vor grausamen Herrchen retten und ihnen ein schönes Zuhause bieten – aber verfolgten, verletzten, vergewaltigten und bedrohten Menschen wollen sie nicht helfen. Wahrscheinlich weil eine Katze dem Langzeitarbeitslosen nicht die in letzter Zeit seeeehr interessanten Jobangebote wegschnappt.</p>
<p>Es spielt in meinen Augen keine Rolle, auf welcher Seite des Mittelmeers die falschen Propheten predigen. Ob sie die Zerstückelung irgendwelcher Leute wegen angeblicher Ungläubigkeit fordern oder die Abschiebung von Menschen, die ihr Leben riskiert haben, um selbiges zu retten. Ob die Worte „Schmarotzer“, „Islamist“ oder „von unserem Geld finanziert“ sind oder „Dschihad“, „Märtyrer“ und „Gott“, ist mir scheißegal. Die einzige Chance, den Frieden bei uns zu halten und unseren Beitrag zur Deeskalation der IS-Krise zu leisten, ist es, friedlich zu sein. Unabhängig von Trugbildern (Religion), Lebensankern und steuerfinanzierten Gebäuden.</p>
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		<title>Der Phoenix mit dem Butterquast und die Napalmwespen</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Oct 2014 15:52:32 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ich muss mir dringend abgewöhnen, beim zombiehaften, nächtlichen Zapping durch die TV-Einöde bei jenen Sendern das kontinuierliche Weiterschalten einzustellen, die sogenannte &#8220;Nachrichten&#8221; zum Hauptzweck ihrer Existenz berufen haben. Jeder weiß zwar, dass die Vorstellung, jemand wolle uns uneigennützig über die wirklich wichtigen Dinge in der Welt aufklären ohne dabei zu bestimmen, was eigentlich wirklich wichtig ist, schon fast nicht mehr als nur naiv zu bezeichnen ist, doch ergötzen wir uns doch gern oder zumindest recht geschlossen an der Schlachtplatte, die uns regelmäßig entgegen flimmert. Beim Studium der Tagesschau habe ich...<a class="read-more" href="http://blog.derkroe.de/?p=67">read more</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich muss mir dringend abgewöhnen, beim zombiehaften, nächtlichen Zapping durch die TV-Einöde bei jenen Sendern das kontinuierliche Weiterschalten einzustellen, die sogenannte &#8220;Nachrichten&#8221; zum Hauptzweck ihrer Existenz berufen haben. Jeder weiß zwar, dass die Vorstellung, jemand wolle uns uneigennützig über die wirklich wichtigen Dinge in der Welt aufklären ohne dabei zu bestimmen, was eigentlich wirklich wichtig ist, schon fast nicht mehr als nur naiv zu bezeichnen ist, doch ergötzen wir uns doch gern oder zumindest recht geschlossen an der Schlachtplatte, die uns regelmäßig entgegen flimmert.</p>
<p>Beim Studium der Tagesschau habe ich mich neulich gefragt, welche FSK-Einstufung Deutschlands einflussreichste Nachrichtensendung eigentlich hat. Gemessen an einem wirklich traumhaft miesen Actionfilm, der mich kürzlich auf Tele 5 amüsierte, weil darin sehr große Wespen, die in ihrer Animation in etwa so glaubhaft waren, wie die Tatsache, dass die magische Tür der &#8220;Mini Playback Show&#8221; den kleinen Herbert in zwei Sekunden vom bayrischen Dickerchen zu Michael Jackson verwandeln konnte, einigen Menschen sicher wegen deren schauerlicher, schauspielerischer Leistung nach dem Leben trachteten, und der vielleicht wegen seines verdummenden Potentials die Einstufung &#8220;FSK 16&#8243; erhalten hatte, müsste die Tagesschau eigentlich eine &#8220;FSK 18&#8243;-Einstufung bekommen. Zum einen &#8211; klar &#8211; hat die Tagesschau ja irgendwann aufgehört, respektvoll von den Leichenteilen in den Städten des mittleren Ostens abzuschwenken und hält jetzt voll drauf, aufs blutige Gedärm, zum anderen aber &#8211; und das erscheint mir viel schlimmer, dürfen darin Politiker ihr dämliches Geseiere ungestraft in die Wohnzimmer der Republik erbrechen. Apropos, erwähnte ich, dass die Riesenwespen auf Tele 5 brennendes Napalm spucken konnten? Nein? Nun ja, zurück zu den Politikern.</p>
<p>Betrachtet man mal die desolate Situation unseres Planeten, all die Metzeleien überall und deren Unwichtigkeit, weil demnächst eh einfach alle wegen des kaputten Planeten draufgehen, dann fragt man sich doch unwillkürlich, warum diese hochbezahlten Menschen auf all den Kaffeeklatschen, die &#8211; hoffentlich ironisch &#8211; in der Regel als &#8220;Gipfel&#8221; bezeichnet werden, überhaupt noch über die Rettung der Welt diskutieren. Freilich hat dort niemand vor, die Welt tatsächlich zu retten. Man versucht halt, das eigene Land, viel mehr aber sich selbst in einem möglichst guten Licht erscheinen zu lassen. Wer es schafft, die Interessen seiner Lobby in möglichst vielen Punkten und möglichst wenig offensichtlich durchzudrücken und damit ein paar Millionen scheffelt, hat den Gipfel gewonnen. Wer dann noch auf die Reihe bekommt, bei den Hipstern und gehenden  Brüsten von der Presse ein Auftreten vorzutäuschen, das zu geistigen Tiefflügen wie &#8220;Hardliner Müller fordert strengere Klimaziele für Südostasien&#8221; inspiriert, bekommt hinter den Kulissen sicher Sonderapplaus von den Kollegen.</p>
<p>Während der Welt größte Lügner also gemeinsam in einem Schloss mit einer Trutzmauer aus gerüsteten IQ-Weißbroten Käffchen trinken und Lobbyinteressen abgleichen, berichtet ein blondes, oder auch brünettes, vielleicht auch schwarzes Wesen &#8211; ach egal, irgendwas mit hervorspringenden Einstellungsgründen in der Bildmitte davon, wie &#8220;radikale und gewaltbereite Autonome den xy-Gipfel bedrohen&#8221;. Die Politiker selbst lächeln so etwas leicht weg, wohl wissend, dass ihre Weißbrot-Legion sämtliche &#8220;autonome&#8221; Demonstranten in wenigen Minuten festsetzen könnten &#8211; dann wäre aber auch die gern gesehene Ablenkung von dem, was eigentlich passiert, futsch. Dann doch lieber paar Leute Steine schmeißen lassen.</p>
<p>Warum mich das überhaupt aufregt? Ich bin ja beim besten Willen kein Menschenfreund, aber das Gehabe von Politikern überall auf der Welt, kocht mir die Galle über die Lippen. Irgendwie haben sich diese Menschen dorthin geschummelt. Irgendwie ist es geschehen, dass sie bestimmen dürfen, wie viel seines Arbeitslohns ein jeder wieder abzudrücken hat und dass alte Menschen nach lebenslanger Zahlung in die Rentenkasse heute nichts vom Eingezahlten zurück bekommen. Und diese Leute sind die widerlichsten Geldsäcke der Nation &#8211; wer wählt die? Wann immer so ein Sigmar Gabriel oder Kurt Beck vor die Kameras tritt um irgendeine Scheisse zu verkünden und dabei sichtlich fast vor Stolz platzt, seh ich im Kopf eine kleine Theaterbühne vor mir. Das Publikum sitzt auf Klappstühlen, die Par-Kannen an den Traversen fixieren einen Punkt auf der Bühne &#8211; direkt vor einem rasenden Pressemob, der sich im Orchestergraben gegenseitig zerfleischt. Im Licht liegt Kurt Gabriel, faselt vor sich hin und streicht mit einem dicken Quast zerlassene Butter übers nackte Gemächt und den Bauch. Er lächelt und sagt, dass alles gut werde. Wir müssten ihm nur vertrauen. Höflicher Applaus von den Rängen, Journalisten schreiben beim Nebenmann das Gesagte ab. Kurt Gabriel spricht von der Wirtschaft und dass wir die Exporte fördern müssten, woraufhin ein etwa 23-jähriger Lobbyvertreter ins Licht tritt und Kurt Gabriel unauffällig in den Arsch fickt. Etwas lauterer Applaus, Fotoapparate klicken frenetisch. Dann schalte ich Phoenix endlich aus und blicke ins Leere.</p>
<p>Woher kommt es, dass Wertigkeiten in der Gesellschaft so verschoben sind? Und sind sie überhaupt verschoben, oder ist das vielleicht der Normalzustand? Bilden wir uns die zivilisierte Welt, in der wir leben, vielleicht nur ein?</p>
<p>Früher, ganz früher, unterstellte man dem Menschen per se eine Gier nach Macht und Geld. Mittelalterlichen Despoten, Revolutionären, Diktatoren. Heute sind wir in einer überwiegend demokratisierten Welt angekommen. Wir verurteilen die schlimmen Auswüchse, die uns früher regierten &#8211; all die Sonnenkönige, Halbgötter und Führer. Wir nennen sie geisteskrank, gestört, nicht normal &#8211; Abszesse am ansonsten doch gesunden Gehirn der Menschheit. Heute, so sagen wir, würde doch ein Mann wie Hitler niemals an die Macht gelangen. Heute würde unsere moderne und liberale Gesellschaft doch niemals einem falschen König oder gottgleichen, geistlichen Führer folgen. Wir sind doch aufgeklärt, gebildet und haben politisches wie wissenschaftliches Verständnis!</p>
<p>Oder?</p>
<p>Laufen nicht weltweit Milliarden Menschen einem geistlichen Führer mit albernem Käppchen hinterher, der auf Basis eines zweitausend Jahre alten Abenteuerromans das Seelenheil verspricht? Haben nicht die Türken jüngst wieder jenen Mann an ihre Spitze gewählt, der gegen den Laizismus arbeitet und Todesstrafen wie die Unterdrückung von Frauen befürwortet? Und was haben sich die Italiener mit Silvio Moussol&#8230; pardon, Berlusconi gedacht, nachdem der schon angeklagt war und trotzdem zum Präsidenten gewählt wurde? Mit den Russen fang ich gar nicht erst an. Und wir? Wählen wir nicht alle vier Jahre dieselben Nasen in den Bundestag, die entweder für Steuererhöhung, Rentenstreichung und Diätenerhöhung (&#8220;christlicher&#8221; Ansatz) oder aber Lobbyarbeit, alles-Geld-in-den-Osten-schicken und Diätenerhöhung (&#8220;sozialer&#8221; Ansatz) stehen? Wer geht denn noch aus Überzeugung in die Politik? Und wer sollte die wählen? Wir wissen doch schon instinktiv, dass in der Politik Überzeugung ebenso wenig Platz hat wie Napalm speiende Wespen in der Tagesschau.  Wir bestimmen nicht mehr, wer im Land die Regeln macht. Die Regeln bestimmen sich selbst. Die zwei großen Parteien in Deutschland können bei den letzten Werten zur Wahlbeteiligung nur mit den Stimmen aus dem öffentlichen Dienst und ihren Lobbys eine Mehrheit im Bundestag erreichen. Und da dieser verschworene Haufen auch mit den Kumpels aus den Nachbarländern das Europaparlament bestückt, ist der Despotismus bald kaum mehr zu leugnen.</p>
<p>Gerade lief wieder Phoenix. Ein Herr Junker bepinselt sich mit einem Herrn Schulz gegenseitig. Triefende Quaste umschmeicheln alte Eier. Die Männer lächeln.<br />
Fernseher aus.</p>
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		<title>Freie Radikale</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Oct 2014 17:25:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derkroe]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es herrscht Krieg in der Welt. Eigentlich überall. Gerade beballern sich Israel und die Palästinenser mal wieder, in der Ukraine schlachten sich Russen, die Ukrainer sind aber lieber Russen wären und Ukrainer, die Ukrainer sind und lieber Europäer wären gegenseitig ab. In Mexiko wurden Lehramtsstudenten nach einer Demo weg gemetzelt, worauf hin andere Lehramtsstudenten Mexiko niederbrennen. In China werden demokratische Jünglinge mit Regenschirmen kritisch durch Zielfernrohre beäugt und in Kolumbien weiß man gar nicht mehr so genau, wer eigentlich gerade wen umbringt. Man weiß nur, dass alle Drogen nehmen. Das...<a class="read-more" href="http://blog.derkroe.de/?p=62">read more</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es herrscht Krieg in der Welt. Eigentlich überall. Gerade beballern sich Israel und die Palästinenser mal wieder, in der Ukraine schlachten sich Russen, die Ukrainer sind aber lieber Russen wären und Ukrainer, die Ukrainer sind und lieber Europäer wären gegenseitig ab. In Mexiko wurden Lehramtsstudenten nach einer Demo weg gemetzelt, worauf hin andere Lehramtsstudenten Mexiko niederbrennen. In China werden demokratische Jünglinge mit Regenschirmen kritisch durch Zielfernrohre beäugt und in Kolumbien weiß man gar nicht mehr so genau, wer eigentlich gerade wen umbringt. Man weiß nur, dass alle Drogen nehmen. Das alles verblasst in der öffentlichen Wahrnehmung aber gegen den beispiellosen Amoklauf der ehemaligen Gruppe ISIS, die inzwischen IS genannt werden möchte und einen &#8220;Islamischen Staat&#8221; gründen möchte oder schon gegründet hat. Auch da weiß man es nicht so genau.</p>
<p>Alle haben Angst vor dem IS, denn das Vorgehen dieser Menschen ist in der Tat überaus brutal. Das ist aber nur ein Aspekt, der die Angst in den Menschen schürt, zumindest wenn man den zahllosen Talkshow-Gästen und Umfragen glaubt, die sämtliche Medien überschwemmen. Denn wie auch beispielsweise die Boko Haram in Nigeria, bezeichnen sich die Anhänger des IS als &#8220;islamisch&#8221;. Und damit wird das Ganze zu einem Glaubenskrieg, der keiner ist. Ich vermeide bewusst Begriffe wie &#8220;Islamisten&#8221; und so, weil der Glaube in diesem Krieg keine, oder besser gesagt die falsche Rolle spielt. Nach Recherchen verschiedener Nachrichtenagenturen und auch meiner selbst ist im Koran, der heiligen Schrift des Islam keinerlei Andeutung darauf zu finden, dass ein Gläubiger etwas Gutes damit täte, andere zu vertreiben und zu töten. Auch dass man Journalisten aus aller Welt vor Kameras enthaupten soll oder massenhaft Frauen und Kinder vergewaltigen und töten soll, steht nicht im Koran.</p>
<p>Wer sich die Mühe macht, den Koran zu lesen und das ohne dass einem ein Irrer dabei die Ohren voll seihert , der stellt schnell fest dass der Koran eine durchaus friedliche Schrift ist. Mehr noch, die Regeln, denen sich die Gläubigen zu unterwerfen haben sind weniger streng ausgedrückt als in der Bibel. Auch Tanach und selbst die Veden gehen nach diesem Muster vor. Man soll sich im wesentlichen benehmen, manche Sachen nicht essen (da haben es die Christen zugegebenermaßen am Besten), füreinander da sein, gottesfürchtig sein und sich wehren, wenn jemand Leib, Leben oder Religion angreift. Richtig, der vielbequatschte Dschihad ist &#8211; auch nach Interpretation der führenden Islamwissenschaftler weltweit &#8211; ein Verteidigungskrieg.</p>
<p>Natürlich gibt es immer Menschen, die nicht ganz eindeutig verfasste Texte auf ihre Art interpretieren, um etwas zu tun, was sie einfach schon immer mal machen wollten. Dazu gehört soziale Ausgrenzung, wie es religionsgestützt immer noch in Indien in Form der Kasten praktiziert wird. Dazu gehört, dass bei der Eroberung Amerikas jeder, der nicht konvertierte, ermordet wurde und in der alten Heimat alle mal gucken wollten, wie gut so ne rothaarige Frau wohl brennt. Scheinbar ganz gut, sonst hätte man wohl weniger Hexen verbrannt. Diese Phasen wilder Uminterpretation dogmatischer Texte gab und gibt es in jeder Religion und übrigens auch weit darüber hinaus.</p>
<p>In Afrika und im &#8220;Islamischen Staat&#8221; passiert genau das. Menschen mit absolut weltlichen Bestrebungen nutzen mehrdeutige Passagen einer heiligen Schrift um ihre Ziele zu erreichen. Sie wissen, dass den Menschen ihr Glaube über alle Maßen wichtig ist und sie, wenn sie erst von der Richtigkeit der Interpretation des Anführers überzeugt sind, verdammt weit gehen um dem Glauben gerecht zu werden. Man denke nur einmal daran, wie viele Deutsche dem Anführer mit dem Bärtchen hinterher gerannt sind und der Meinung waren, Juden zu vergasen sein eine prima Sache. Die Leidenschaft, die begabte Redner verbreiten können, wenn ihre Ideologie das Begehren einer Menge trifft und bestärkt, kann weit mehr zerstören als es ein Krieg vermag.</p>
<p>Wenn also eine Bande junger, unzufriedener Menschen einen starken Anführer finden, der den Text ihres Glaubensbekenntnisses so uminterpretiert, dass die Unzufriedenheit über die Lebensumstände in Hass auf alles umschlägt; wenn diese Menschen finanziell von ebenfalls überzeugten Anhängern und Kriegstreibern unterstützt werden, dann macht diese Bande, was ihre niedersten Triebe schon immer umsetzen wollten: Menschen enthaupten, ballernd durch Dörfer fahren. Sowas eben. Und wie ist das wenn man ein Kind fickt? Macht es mehr Spaß, wenn man eine bewusstlos geschlagene Frau zu sechst vergewaltigt? Männerausflug auf dem Pick-up mit Waffen. Ein Dorf niederbrennen, ein paar Morde &#8211; ein rundum gelungener Nachmittag. Klar, dass das auch Begehrlichkeiten der ausländischen Bevölkerung schürt. Deshalb rufen auch schon in Deutschland viele zum Dschihad auf. Neulich in Bonn, der &#8220;Hochburg der Salafisten&#8221;, wurde ich angesprochen. Der Mann war wahrscheinlich so um die 25 Jahre alt und wollte mir einen Koran schenken, damit ich konvertieren kann. Voll flammender Inbrunst erzählte er von der Herrlichkeit Allahs (übrigens eine Sache, die ich nie kritisieren würde. Glaube ist was Gutes und jeder soll glauben woran er möchte).</p>
<p>Interessant wurde es bei Nachfrage zum Dschihad. Sofort konnte mein Missionar die entsprechende Stelle im Buch aufschlagen. Auch zu anderen, öffentlich schon mal thematisierten Aspekten wie Halal Schlachtung oder das Verbot von Schweinefleisch wusste er sofort Bescheid. Ich frage mal, wo im Buch ich denn die berühmten fünf Säulen des Islams finden würde. Er suchte fast 10 Minuten bis ich ihn darüber aufklärte, dass selbige nicht im Koran, sondern im sogenannten Gabriel-Hadith zu finden sei. Nur ein Beispiel dafür, dass die flammendsten (Gottes-)krieger oft nicht die leiseste Ahnung von dem haben, wofür sie kämpfen.</p>
<p>Und da kommen wir zum Kern des Ganzen. Die Amis fliegen inzwischen Angriffe auf den IS, die Türken können sich auch bald nicht mehr raushalten, schließlich ist ja nun nicht so, als würden die IS-Trampel sich erst genau anschauen, wer da vor ihnen steht, bevor sie das Mündungsfeuer leuchten lassen. Das ganze endet in einem Gemetzel, von dem sich die gesamte Region, die noch immer auf dem Stand eines Entwicklungslands ist, die nächsten 20 und mehr Jahre nicht erholen wird. Städte werden zu Asche gemacht, Frauen zu Witwen, Kinder zu gehendem Hass. Die Böden werden nicht mehr nutzbar sein und Tausende werden an den Spätfolgen sterben.</p>
<p>Gleichzeitig entwickelt sich auf der ganzen Welt ein Hass auf den Islam. Jede Angst wird irgendwann zu Wut und die entlädt sich gerade. Denken unsere deutschen Hassprediger tatsächlich, dass die zurückhaltende Art, die ihnen bisher noch erbschuldnerisch freie Hand lässt, für immer bleibt, bis die ganze Welt ein IS ist? Es entwickeln sich schon Strömungen, die deutlich eskalativer unterwegs sind. Der Schaden, den diese sogenannten Muslime über ihre Religion und ihre Mitmenschen bringen, lässt sich in Worten gar nicht ermessen. Irgendwann schlägt eine Welle des Hasses zurück und unbescholtene Menschen, die friedlich ihren muslimischen Glauben praktizieren, werden blindwütig angegriffen.</p>
<p>Den &#8220;Glaubenskrieg&#8221; im nahen Osten werden nicht die Amis lösen. Auch keine Türken oder Deutsche oder Franzosen. Allein der Islam selbst kann sich von dem Krebsgeschwür befreien. Warum laufen die Muslime nicht Sturm gegen den IS? Gegen die Leute, die ihre Gesetze für Mord und Vergewaltigung mißbrauchen? Gegen die, die im Namen Allahs unsägliche Verbrechen begehen? Warum ruft in Deutschland kein Muslim dazu auf, nach Kobane zu reisen und dem IS die Stirn zu bieten? Denen die Stirn zu bieten, die in blinder Zerstörungswut selbst Moscheen und Heiligtümer des Islam in die Luft sprengen. Warum soll die internationale Gemeinschaft dieses Krebsgeschwür von den Muslimen schneiden? Warum, liebe und gute Muslime, wehrt ihr euch nicht? Warum kämpft ihr nicht gegen die, die dafür sorgen, dass immer mehr von euch Angst und Hass entgegen schlägt, selbst von Menschen die ihr kennt und liebt?</p>
<p>Koranzitat:</p>
<p>&#8220;5:8 Ihr die ihr glaubt! Seid standhaft in Allahs Sache, bezeugend in Gerechtigkeit! Die Feindseligkeit eines Volkes soll euch nicht verleiten, anders denn gerecht zu handeln. Seid gerecht, das ist näher der Gottesfurcht. Und fürchtet Allah; wahrlich, Allah ist kundig eures Tuns. &#8221;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>- nichts hinzuzufügen.</p>
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		<title>Cläuschen und seine Freunde &#8211; Die GDL bedroht Deutschland</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Oct 2014 10:29:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derkroe]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist der 15. Oktober 2014. Ein Mittwoch. Wie der Name es schon andeutet befindet sich dieser sonnige Tag mitten in der Woche. Die meisten Menschen in Deutschland dürfen heute arbeiten gehen. Ja. Dürfen. Ich weiß, die meisten sagen eher &#8220;müssen&#8221;, aber wenn man sich die Arbeitsmärkte mal global betrachtet, halte ich einen Ort, den man regelmäßig besuchen kann und für Tätigkeiten, die man sich irgendwann mal ausgesucht hat, etwas Geld bekommt, durchaus auch für privilegiert. Damit meine ich natürlich nicht die Anzüge in Frankfurt, Hamburg oder Berlin, die zum...<a class="read-more" href="http://blog.derkroe.de/?p=56">read more</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist der 15. Oktober 2014. Ein Mittwoch. Wie der Name es schon andeutet befindet sich dieser sonnige Tag mitten in der Woche. Die meisten Menschen in Deutschland dürfen heute arbeiten gehen. Ja. Dürfen. Ich weiß, die meisten sagen eher &#8220;müssen&#8221;, aber wenn man sich die Arbeitsmärkte mal global betrachtet, halte ich einen Ort, den man regelmäßig besuchen kann und für Tätigkeiten, die man sich irgendwann mal ausgesucht hat, etwas Geld bekommt, durchaus auch für privilegiert. Damit meine ich natürlich nicht die Anzüge in Frankfurt, Hamburg oder Berlin, die zum richtigen Zeitpunkt in ihrem Leben mal den richtigen Schwanz im Mund hatten und seither auf Vorstandssitzungen ihres Großkonzerns oder ihrer Bank herumlungern, sich über ihre Yachten unterhalten oder sich von Thai-Ladyboys durchballern lassen.<br />
Ich meine die richtigen Leute, die Frau und Kind haben und im wesentlichen recht unbescholtene Bürger sind. Die dürfen morgens zur Arbeit. Das passiert in den meisten Fällen mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln. So ist das in unserem Land nun einmal. Ein paar scheiss Ökos fahren zwar mit ihren Fahrrädern durch die Gegend und glauben, allein dadurch plötzlich Sauerstoff statt Kohlendioxid auszuatmen und im Alleingang die Atmosphäre zu retten, aber im Grunde würden wir alle am liebsten mit dem Dodge Pick Up die zwei Straßen bis zum Supermarkt bolzen wie es die Amis tun, die wir dafür doch alle so sehr verachten.</p>
<p>Nun gibt es Leute in der Welt und auch in diesem Land, die ihr Privileg zu arbeiten gar nicht so gut finden und finden, man solle am besten alles genauso machen, wie sie es sich denken &#8211; nur dann würde alles wieder gut auf der Welt. Jüngst haben sich ein paar dieser Menschen zusammengefunden und sich einen Führer erwählt. Der wird zwar anders gegrüßt als einer seiner Vorgänger, die Nachläufer halten ihn aber für ähnlich unfehlbar.  Claus heißt der Führer und kommt aus&#8217;n Osten. Das ist auch wichtig, weil die erstens am besten meckern können und zweitens durch den Soli am besten wissen, wie es ist, wenn jemand ungerecht behandelt wird. Also bei zweitens durch die Betrachtung des Ruhrgebiets zum Beispiel.<br />
Cläuschen also führt eine Bande von Leuten an, die normalerweise den hoch komplexen Job eines Lokomotivführers machen sollten. Also Knöppe drücken im Zug. Also das in groß, was nach Erhebungen aus dem letzten Jahr immer noch ein extrem beliebtes Hobby bei erwachsenen Männern ist. Insbesondere im Osten übrigens. Cläuschen und seine Rotte finden, dass sie mehr Geld für ihre Arbeit bekommen sollten. Das finden auch alle anderen Menschen in Deutschland. Also für sich selbst. Außerdem findet Cläuschen, dass seine Leute auch weniger arbeiten sollten, aber trotzdem mehr Geld bekommen sollen. Auch das ist eine Sache, die die meisten Menschen sich auch für sich vorstellen könnten. Nun ist es aber so, dass Cläuschen eigentlich gar nicht so richtig der Führer ist. Es gibt nämlich schon eine Gewerkschaft in Deutschland, die für die Interessen der Lokomotivführer gute Arbeit leistet. Der Arbeitgeber von Cläuschens Meute sagt deshalb natürlich &#8220;Nö&#8221; zu den Forderungen. Denn er verhandelt ja schon mit der anderen Truppe, die auch viel mehr Mitglieder hat. Aus diesen Verhandlungen sind passable Tarifverträge geboren, da sollte man meinen, man könnte jetzt aufhören mit dem meckern.</p>
<p>Aber:</p>
<p>Claus ist leider kein lieber Anführer, dem der Sinn danach steht, dass es jedem Menschen frohgemut ergeht. Claus ist ein machthungriger Wichser, der ohne jede Legitimation losmarschiert und für eine Hand voll treudoofer Nachläufer den Helden spielt. Auf die Fakten reduziert, nutzt er letztlich eine preudo-Machtstellung aus, um den Arbeitgeber zu erpressen. Das macht seine Meute, die sich &#8220;Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer&#8221; nennt, obwohl nur ein kleiner Bruchteil der Lokführer Mitglied sind, so, dass sie heute und in der Vergangenheit streiken. Das ist ein netter Weg für Erpressung, denn so ist sie nicht illegal. Wenn ein normaler Mensch zu seinem Chef geht und sagt, wenn jetzt nicht alles nach seiner Nase tanzt, schlachtet er die Kinder des Chefs, dann ist das Erpressung und Bedrohung und der normale Mensch geht in den Knast. Alle fänden das richtig so. Darf man ja nicht machen sowas. Geht der normale Mensch aber hin und sagt dem Chef, wenn jetzt nicht alles nach seiner Nase tanzt, dann verhindere er, dass die Kunden des Chefs dazu in der Lage bleiben, ihrer Arbeit nachzugehen und damit das Geschäft des Chefs lahm gelegt wird, dann fällt das anscheinend unter das Streikrecht. Obwohl die Erpressung und Bedrohung auch hier klar erkennbar sind. So kommt es heute dazu, dass Millionen von Arbeitnehmern in Deutschland die Bahn nicht nutzen können. Sie müssen auf das Auto umsteigen, was die Fahrrad-Ökos um den Verstand bringt, die Wirtschaft lahm legt und Millionen von Menschen gehörig den Tag versaut.</p>
<p>Warum kann sich ein verfickter Schwanzlutscher aus&#8217;n Osten rausnehmen, halb Deutschland lahmzulegen? Und das ohne nennenswerte Grundlagen zu haben?  Ich rufe jeden Friseur, jeden Erzieher, jeden Kassierer und sonstigen Dienstleister in Deutschland auf, Kunden, die Lokführer sind bis auf weiteres nicht mehr zu bedienen. Einfach so. Und dann wollen wir doch mal sehen, ob der Ossi und sein Trupp kapieren, wo der Unterschied zwischen sinnvoll angewandten Streikrecht und Ausnutzung einer Machtposition liegt.</p>
<p>Liebe GDL,</p>
<p>..moment, das formuliere ich mal um&#8230;</p>
<p>Verfickte Hurensohn-GDL,</p>
<p>es geht auf der Welt nicht nur um euch. Ihr greift in das Leben von Millionen von Menschen ein, die von den Diensten eures Arbeitgebers abhängig sind. Menschen, die Abends einfach nur nach Hause wollen, ihre Frau küssen und mit ihrem Kind spielen wollen. Was nehmt ihr euch heraus, diesen Menschen genau das zu verwehren? Was bildet ihr euch ein, was euch berechtigt, Menschen zu zwingen, auf private KFZ umzusteigen? Was berechtigt euch dazu, Millionen Tonnen von zusätzlichen Treibhausgasen zu verursachen? Weil ihr euch ungerecht behandelt fühlt? Weil der Claus euch diesen Bullshit einredet und ihr nachlaufen müsst, koste es was es wolle? Weil euch langweilig ist? Wer klug ist, und offen gestanden lässt mich euer Tun zweifeln, ob derlei Menschen bei euch auf der Teilnehmerliste stehen, geht zur EVG und wartet auf die nächsten Tarifverhandlungen. Es ist nämlich nicht legal was ihr tut. Es ist Erpressung. Nicht Erpressung der Bahn, sondern Erpressung der Öffentlichkeit. Und irgendwer wird euch dafür noch drankriegen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bleibt mir nur zu hoffen, dass die Bahn (von der ich prinzipiell so gar nichts halte) diese mal stark bleibt und Ossi-Cläuschen wegen akuter Erfolglosigkeit von seinen eigenen Hunden gefressen wird.</p>
<p>Übrigens bin ich kein Bahnfahrer, habe eine gute Menge Solidarität (z.B. für Menschen in den sozialen Berufen, die WIRKLICH chronisch unterbezahlt sind) in mir und stehe in keinerlei Verbindung mit der deutschen Bahn. Solidarität endet aber bei kriminellen Despoten, die egoistisch alle Menschen angreifen.</p>
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